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Maschinenbau

Mit günstigen Pressen in die Zukunft

Schuler profitiert von der neuen chinesischen Tochter Yadon. Doch die Nachfrage der Autohersteller fällt geringer aus.

03.03.2018
  • SIMONE DÜRMUTH

Göppingen. Der Pressenhersteller Schuler (Göppingen) hat im vergangenen Jahr beim Umsatz zugelegt. Doch der Weg dahin war zumindest zeitweise steinig: Der Auftragseingang (minus 4,8 Prozent) und der Auftragsbestand (minus 11 Prozent) gingen merklich zurück. Als Ursache macht der Pressenhersteller die „spürbaren Rückgänge“ im Bereich Automobil aus. Die Hersteller hätten erhebliche Mittel in den Ausbau der Elektromobilität gesteckt und darum Investitionen in neue Produktionskapazitäten zurückgehalten. Erst um den Jahreswechsel sei die Nachfrage gestiegen.

Insgesamt sei Schuler vom Wandel hin zu neuen Antriebstechnologien aber nicht negativ betroffen – das Unternehmen liefere auch Presslinien für Karosserieteile von Elektrofahrzeugen sowie Anlagen für Elektrobleche und die Batteriefertigung.

Hälfte des Umsatzes in Europa

Fast die Hälfte des Umsatzes hat Schuler in Europa erwirtschaftet, berichtet der scheidende Vorstandsvorsitzende Stefan Klebert. Dort legte der Umsatz leicht zu, ein Wachstum von bis zu 20 Prozent verzeichnete der Konzern in China (310 Mio. EUR) und Nordamerika (328 Mio. EUR).

In China habe vor allem die Akquisition des chinesischen Pressenherstellers Yadon Türen geöffnet. Etwa 1000 Kunden und zahlreiche Lieferanten „die wir vorher gar nicht kannten“, habe man so dazugewonnen, berichtet Klebert. „Yadon-Pressen bilden die Grundlage für erfolgreiche neue Produkt-Angebote in den USA und künftig auch in Indien, Vietnam, Sri Lanka und ausgewählten europäischen Zukunftsmärkten“, sagte Klebert. Durch die Internationalisierung des Konzerns mache man sich unabhängig von lokalen Märkten. „America first und made in China sind ein Angriff auf das deutsche Exportmodell“, ist der Vorstandsvorsitzende überzeugt. Außerdem sieht er den Markt für deutsche Premiumprodukte als begrenzt an. „Just good enough“ („gerade gut genug“) müsse auch mal reichen, das falle einem deutschen Ingenieur aber schwer. Für das Wachstum des Gesamtkonzerns sei dieses niedrigpreisigere Segment wichtiger als die Hochtechnologie, es finde vor allem Abnehmer in Asien. In fünf Jahren sehe er die Anteile etwa hälftig. Dass durch die günstigen Pressen der Ruf der Schuler Kernmarke leidet, hält Klebert für unwahrscheinlich, da beide Produkte aus komplett eigenständigen Häusern kommen würden.

Vorgefertigte Maschinen aus China helfen auch, den Markt in Nordamerika zu erschließen. Sie werden dorthin importiert, mit Steuerungen aus Amerika komplettiert und gelten dann als „made in America“. Auch drohende Strafzölle der USA auf Stahl machen Klebert keine Sorgen. Dafür sei der Anteil beim Material mit etwa 20 Prozent zu gering. „Für uns ist das keine Bedrohung, die Idee ist aber nicht so schlau“, kommentierte der Vorstandsvorsitzende.

Es ist nach sieben Jahren als Vorstandschef die letzte Jahrespressekonferenz für Klebert, der CEO verlässt Schuler am 24. April, dem Tag der Hauptversammlung. Sein Nachfolger wird Domenico Iacovelli. Er ist derzeit Geschäftsführer von Andritz Soutec mit Sitz in Neftenbach, Schweiz, sowie Geschäftsführer von Schuler Automation.

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03.03.2018, 06:00 Uhr

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