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Mit langem Atem
Fühlt sich bestärkt durch sein gutes Resultat bei der Wiederwahl: Heinz Eininger. Foto: Ferdinando Iannone
Kreispolitik

Mit langem Atem

Der Esslinger Landrat Heinz Eininger will in seiner letzten Amtsperiode im Nahverkehr noch einen Traum verwirklichen: die S-Bahn nach Neuhausen auf den Fildern.

05.10.2016
  • Raimund Weible

Heinz Eininger hat am 18. Juli Geburtstag. „Da hole ich mir alle acht Jahre meine Zeugnisnote ab“, sagt er und lächelt. So auch in diesem Sommer. Eininger stellte sich zum dritten Mal zur Wahl als Landrat des Kreises Esslingen. Und hatte nach dem Auszählen Grund zur Freude. 79 von 91 Räten stimmten für den Juristen mit CDU-Parteibuch. Gut, er war der einzige Kandidat. Doch diesen Grad an Zustimmung, diesen Beweis des Vertrauens wertet er als „schöne Sache“ – „das hat mich sehr berührt.“ Es gibt Kollegen, die nach 16 Jahren schwächere Ergebnisse eingefahren haben.

Vergangenen Woche hat Regierungspräsident Thomas Reimer (Grüne) Eininger auf die dritte Amtsperiode vereidigt. Der Landrat ist jetzt 60 Jahre alt, und es ist seine letzte Amtszeit. Dafür hat er sich viel vorgenommen. Eininger will noch einiges zuwege bringen in dieser Zeit, wenn ihm die Gesundheit erhalten bleibt. Er formuliert das in seinem Amtszimmer, das ein großformatiges Bild von Walter Stöhrer schmückt, so: „Wir müssen proaktiv unterwegs sein.“

Proaktiv, nämlich vorausplanend handeln, möchte er vor allem im Krankenhauswesen. Eininger strebt an, weiter zu machen mit der wirtschaftlichen Konsolidierung der drei Häuser in Kirchheim/Teck, Nürtingen und Ostfildern-Ruit. Die Kreiskliniken aus der Krise zu führen, ist gelungen, obwohl die geplante Fusion der Kreiskliniken mit dem Klinikum der Stadt Esslingen 2014 am Widerstand des Bundeskartellamts scheiterte.

2012 schlossen die Kreiskliniken noch mit einem Defizit von 14 Millionen Euro ab. Inzwischen schreiben sie im dritten Jahr schwarze Zahlen, im Jahr 2015 verbuchten sie neun Millionen Euro Gewinn. So soll es weitergehen. „Wir bringen den Nachweis, dass Krankenhäuser auch in öffentlicher Hand wirtschaftlich erfolgreich unterwegs sein können“, sagt Eininger.

Das Plus „freut uns, aber wir müssen uns jedes Jahr auf Neue beweisen“. Kliniken wirtschaftlich erfolgreich zu führen, sei kein Selbstläufer, sagt Eininger. Man müsse die Balance wahren. „Auf Teufel komm raus zu sparen, funktioniert nicht“, betont Eininger, „dann stimmt die Qualität in der Behandlung und in der Pflege nicht.“ Als das Krankenhauswesen in der Krise war, habe es die Hälfte seiner Kraft gebunden, bekennt Eininger. Jetzt hat der Landrat wieder mehr Kräfte frei für andere Felder der Infrastruktur. Beispiel öffentlicher Nahverkehr: Einingers Traum ist, noch während seiner Amtszeit in der S-Bahn auf der Fahrt nach Neuhausen auf den Fildern sitzen zu können. Doch zuvor muss die U6-Verlängerung zwischen dem Fasanenhof und dem Flughafen stehen. Daran wird gearbeitet, der Planfeststellungsbeschluss steht bevor.

Ein anderes Vorhaben steckt in den Anfängen. Eininger strebt Bahnverbindungen zwischen Esslingen und Nellingen und von Wendlingen auf die Fildern an. Eine Sache, die er noch mit anstoßen möchte – im Wissen, dass man für solche Projekte einen langen Atem braucht: „Das dauert oft 20 Jahre.“

Eine Schippe drauflegen

50 Prozent der Fläche des Landkreises steht unter Natur- und Landschaftsschutz, ein Teil davon zählt zum Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Eininger freut sich darüber, dass das Biosphärengebiet angenommen worden ist und das Land viel dafür getan habe. Doch das Gebiet müsse sich weiterentwickeln. Und da müsse das Land eine Schippe drauflegen.

Ein großer Plan ist das Vorhaben der Gemeinden Erkenbrechtsweiler (Kreis Esslingen), Grabenstetten und Hülben (Kreis Reutlingen), ein Erlebniszentrum auf dem Burrenhof am keltischen Heidengraben einzurichten. Schon bis 2018 soll ein Erlebnispfad entstehen, der den Besuchern die Ausmaße der Keltensiedlung vermitteln soll. Eininger will helfen, das Projekt Erlebniszentrum am Gräberfeld nach vorne zu bringen. „Aber da muss das Land dabei sein“, meint er. Es reiche nicht, das Zentrum einzurichten, der Betrieb müsse auch langfristig gesichert sein.

Lanrat Eininger regt auch an, die drei großen archäologischen Anlagen aus der Keltenzeit in Hochdorf, auf der Heuneburg (Kreis Sigmaringen) und am Heidengraben zu vernetzen und daraus touristisches Kapital zu schlagen. „Das könnte ein gutes Zusammenspiel geben“, meint der 60-Jährige.

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05.10.2016, 06:00 Uhr

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