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Nur nicht zu viel Ehrfurcht

Mit neuem Namen startet Aufsteiger TVB 1898 Stuttgart in die Saison

Neuer Name, neuer Trainer und erfahrene Neuzugänge: Beim TVB 1898 Stuttgart hat sich seit dem Aufstieg viel getan. Der Neuling sorgt in der 50. Saison der Handball-Bundesliga zudem für ein Novum.

19.08.2015

Von SEBASTIAN SCHMID

Bittenfeld Historisch betrachtet scheint die Sache klar. In den vergangenen fünf Jahren ging es für 13 der 15 Aufsteiger in die Handball-Bundesliga nach nur einer Saison wieder zurück in die Zweitklassigkeit. Zu groß scheint der Leistungsunterschied zwischen den beiden Ligen. Jürgen Schweikardt, Geschäftsführer des Aufsteigers TVB 1898 Stuttgart, will der Historie trotzen und es anders machen, als in den vergangenen Jahren beispielsweise TV Neuhausen/Erms und SG BBM Bietigheim. "Viele Aufsteiger sind einen Tick zu ehrfürchtig in die Saison gegangen", sagt Schweikardt, der als Trainer den TV Bittenfeld in die erste Liga geführt hat.

Seit dem Aufstieg Anfang Juni mit der anschließenden Feier der Spieler im blauen Ganzkörper-Einteiler hat sich viel getan. Auffälligste Neuerung ist die Namensänderung. Aus dem TV Bittenfeld 1898 wurde der TVB 1898 Stuttgart. Damit soll die mediale Aufmerksamkeit erhöht und neue Sponsoren gewonnen werden. Aus der Luft gegriffen ist die Aufnahme der Landeshauptstadt in den Vereinsnamen nicht. Der Dorfklub aus dem 4300-Einwohner-Ort Bittenfeld trägt schon länger seine Heimspiele in der Scharrena und der Porsche-Arena im 20 Kilometer entfernten Stuttgart aus. Die Bittenfelder halten ihren Handballern auch in der Großstadt die Treue. 1750 Dauerkarten sind für die 2300 Zuschauer fassende Scharrena bereits verkauft, wo der Großteil der Spiele stattfindet.

Getan hat sich auch auf der Trainerbank etwas. Erstmals seit den Oberligazeiten vor zwölf Jahren hat kein Schweikardt das Kommando. Günter Schweikardt, 1972 mit Frisch Auf Göppingen Deutscher Meister, war bis zum März 2013 Trainer, übergab das Amt dann zu Zweitliga-Zeiten an seinen Sohn Jürgen. Dem wurde die Doppelbelastung als Coach und Geschäftsführer zu viel, weshalb er Thomas König von der TSG Ludwigshafen-Friesenheim holte. "Das war ein notwendiger Schritt", erklärt Jürgen Schweikardt, der sicher ist, mit König den richtigen Mann für die Mission Klassenerhalt geholt zu haben: "Er hat die nötige Erfahrung, kommt aus der Region, kennt unsere Spieler und die schwäbische Mentalität."

Denn trotz des Aufstiegs gibt es noch Eigengewächse im Team, wie den derzeit verletzten Florian Schöbinger oder Michael Schweikardt, der nach Stationen bei Frisch Auf Göppingen und in Melsungen 2012 zu seinem Heimatverein zurückkehrte und unter seinem Bruder einer der Aufstiegsgaranten war. Bei einem Etat von zwei Millionen Euro bleibt dem TVB 1898 Stuttgart auch fast nichts anderes übrig, als auf die bewährten eigenen Kräfte zurückzugreifen. Für den Klassenerhalt wird das alleine aber nicht reichen.

Deshalb wurde bei den Neuzugängen auf Erfahrung Wert gelegt. Vom TV Großwallstadt kam Rechtsaußen Michael Spatz, der 316 Erstliga- und 9 Länderspiele vorzuweisen hat. Von Champions-League-Teilnehmer RK Zagreb wurde Kreisläufer Teo Coric verpflichtet. Ebenfalls internationale Erfahrung kann Torhüter Yunus Özmusul vorweisen. Der 26 Jahre alte Neuzugang von Besiktas Istanbul sorgt zudem für ein Novum - er ist der erste türkische Nationalspieler in der Handball-Bundesliga.

Mit dem Kader ist Jürgen Schweikardt zufrieden: "Wir haben ein Team, das Spiele gewinnen kann." Am besten soll das bereits am Freitag (19.45 Uhr) bewiesen werden, wenn der TVB 1898 Stuttgart in der Scharrena gegen die HSG Wetzlar die 50. Bundesliga-Saison eröffnet.

Neuzugang Michael Spatz soll mit seiner Erfahrung dafür sorgen, dass Aufsteiger Stuttgart die Klasse hält. Foto: Eibner

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Erstellt:
19. August 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
19. August 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. August 2015, 12:00 Uhr

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