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Protest gegen Überlastung am Uni-Klinikum

Mitarbeiter beklagen: Menschliche Pflege wegen Arbeitsbedingungen unmöglich

An der Zwingelmauer über dem Neckar entrollten gestern Beschäftigte des Tübinger Uni-Klinikums ein Spruchband, um erneut auf die Missstände in der Pflege aufmerksam zu machen. Vom Januar bis zum Oktober 2012 gab es 270 Überlastungsanzeigen am Klinikum. Mittlerweile sind es bereits 380 und ein Ende ist nicht abzusehen.

24.11.2012

Tübingen. Die Pflegerin Gabi Kaiser, die seit 27 Jahren in der Onkologie arbeitet, bezeichnet den Pflegenotstand als „Dauerzutand“. Gleiches gilt für den Einstellungsstopp, der angesichts eines drohenden Zehn-Millionen-Defizits beschlossen wurde, und sich ursprünglich auf drei Monate bezog. Das Defizit wurde reduziert, aber die frei gewordenen Stellen (40 in der Pflege) werden nicht neu besetzt.

Laut Susanne Häuser, Pflegerin in der Urologie, wird die schwierige Lage zudem dadurch verschärft, dass sich kein Personal mehr finden lässt, das bereit ist unter den jetzigen Bedingungen zu arbeiten. Um Pflegekräfte zu bekommen, müsse sich die Klinik bereits an Leihfirmen wenden. Die Leihpfleger würden besser bezahlt als die festangestellten Pfleger(innen) und verursachten der Uni zudem noch Mehrkosten durch Leihgebühren.

„Die Finanzierung von Bund und Land ist unzureichend“ so die Personalratsvorsitzende Angela Hauser. Kaiser betonte, dass der enorme Stress auf den Stationen vermehrt dazu führt, dass Mitarbeiter krank werden. Für Ersatz seien keine Reserven mehr da. Die Folge für die Patienten: „Das, was Pflege eigentlich ausmacht, gibt es nicht mehr.“ les / Bild: Sommer

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Erstellt:
24. November 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
24. November 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. November 2012, 12:00 Uhr

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