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Fußball-Ass der Woche

Mitreißende Zweikampfmaschine

Dornhans Andreas Schwab überraschte im Spiel gegen Empfingen nach dem Seitenwechsel mit einem Dribbling über 50 Meter.

06.11.2018
  • Florian Dürr

Halbzeitpause zwischen Dornhan und Empfingen. Aus der TSF-Kabine hört man die Schreie von Trainer Timo Rath, der seine Mannschaft gerade mit einer Wutrede wachrüttelt. Dann wird es still, Rath verlässt wütend die Kabine, und Ersatzkapitän Andreas Schwab sitzt mit seinen Teamkollegen da und ergreift das Wort: „Wir müssen uns jetzt den Arsch aufreißen und die da draußen auffressen“, fordert er von seinen Mitspielern. Denn die da draußen, die Empfinger, hatten in der ersten Hälfte das Spiel von 0:1 auf
2:1 gedreht.

Jetzt mussten die Dornhaner liefern. Und einer, der das besonders gut umsetzte und mit Einsatz und Wille vorausging, war der Mann mit der Binde, Andreas Schwab (Kapitän Stefan Beilharz fehlte gesperrt). Er hielt als Innenverteidiger seine Abwehr zusammen, riss seine Mitspieler leidenschaftlich mit und verlor keinen einzigen Zweikampf mehr.

Die Krönung seiner Leistung in der 83. Minute: Die rechte Seite war komplett frei, Schwab hatte nur noch zwei Gegenspieler auf seinem Weg in Richtung Empfinger Tor, als er den Ball eroberte und plötzlich den Turbo einschaltete. Was folgte: Ein 50-Meter-Sprint des Innenverteidigers, der sonst eigentlich nicht der schnellste Spieler ist. Doch in dieser Szene konnte ihn keiner aufhalten, er steckte durch auf Julian Haas, der den besser postierten Joshua Marshall sah – Die 4:2-Entscheidung für Dornhan.

Doch mit 32 Jahren merkte Schwab die Anstrengung sofort: „Ich brauche dann schon kurz, aber ich bin froh, dass die das Tor gemacht haben und ich nicht sofort wieder zurücksprinten musste“, sagt er. Nach der schlechten ersten Hälfte gab es am Ende also doch noch ein Happy End für das Team von Timo Rath. Ohne einen so starken Andreas Schwab wäre die Aufholjagd aber wohl nicht möglich gewesen.

Für den 32-Jährigen ist es aber selbstverständlich, Verantwortung zu übernehmen und seine Mitspieler so mitzureißen wie gegen Empfingen. Auch vor fünf Jahren, als Timo Rath ihn zum zweiten Kapitän bestimmte. „Wir sind eine coole Truppe, haben eine gute Kameradschaft – von daher war es für mich gar keine Frage, dass ich das nicht annehme“, sagt Schwab. Seit nun schon stolzen zehn Jahren hält er den Turn-und Sportfreunden Dornhan die Treue, die für ihn nach der Zeit bei seinem Heimatverein Busenweiler-Römlinsdorf zu einer neuen Familie geworden sind. „Busenweiler hat ja immer Kreisliga B gespielt. Deshalb wollte ich einfach mal was Neues ausprobieren. Und mittlerweile bin ich hier richtig gut verwurzelt, seit einigen Jahren wohne ich ja auch in Dornhan“, erzählt Schwab.

Der Start bei den TSF ist ihm damals ja auch mehr als gelungen: Gleich in seiner ersten Saison feierte er am Ende die Bezirksliga-Meisterschaft und den Aufstieg in die Landesliga. Nach nur einem Jahr in der höheren Klasse mussten die Dornhaner jedoch wieder den Schritt zurückgehen. Und mittlerweile sind Schwab und Co. weit entfernt von den Höhepunkten der Vereinsgeschichte: Einen ernüchternden Platz 13 müssen sich die TSF-Spieler momentan vor Augen führen – der Blick auf die Tabelle schmerzt.

„Wir haben bisher immer viel Aufwand betrieben, aber nur wenig Ertrag holen können“, klagt Schwab und ergänzt: „Wir waren nie die deutlich schlechtere Mannschaft.“ In der Offensive hätte sein Team aber zu viele Chancen versiebt und in der Defensive zu billige Gegentore gefangen. „Vorne waren wir nicht geil genug auf die Tore und hinten haben wir nicht energisch genug verteidigt“, sagt Schwab.

Das ausgegebene Saisonziel „gesicherter Mittelfeldplatz“ ist für die Dornhaner damit noch in weiter Ferne. Doch Schwab ist zuversichtlich, dass er und seine Teamkollegen die Kurve kriegen: „Ich bin mir sicher, dass wir den Bock umstoßen können. Wenn wir wie gegen Empfingen an unsere Tugenden glauben, aggressiv in die Zweikämpfe gehen und unsere Torchancen machen, dann holen wir die nötigen Punkte, um so schnell wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben zu müssen.“

Zusätzliche Motivation für die kommenden Aufgaben bekommt der 32-Jährige durch seine Frau und seine sechswochen alte Tochter, die ihn bei den Heimspielen vom Spielfeldrand aus anfeuern. „Ich bin das erste Mal Vater geworden“, erzählt Schwab stolz.

Auch das beflügelt den Innenverteidiger so sehr, dass er gleich schon den nächsten 50-Meter-Sprint ankündigt: „Vielleicht morgen Abend in Freudenstadt“, sagt er lachend.

Andreas Schwab TSF Dornhan

Geburtsdatum: 2. Juli 1986

Wohnort: Dornhan

Beruf: Entwicklungsingenieur

Bisherige Vereine: SG Busenweiler-Römlinsdorf (bis 2008)

Position: Innenverteidiger

Größe: 1,87 Meter

Rechts-/Linksfuß: Rechtsfuß

Größter sportlicher Erfolg:

Bezirksliga-Meister 2009

Saisonziel: Gesicherter

Mittelfeldplatz

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06.11.2018, 01:00 Uhr

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