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Erinnerungen auf Schienen

Modelleisenbahnen und Dampfmaschinen im Gomaringer Schloss

„Spielzeug unter Dampf“ heißt die neue Ausstellung des Geschichts- und Altertumsvereins Gomaringen. Am Montagabend wurde die Schau im Schloss eröffnet.

25.11.2014
  • Amancay Kappeller

Gomaringen. Glänzende Augen bei Jung und Alt: Das erhofft sich der Geschichts- und Altertumsverein von der neuen Wechselausstellung im Gomaringer Schloss – es ist die 37. Schau in 16 Jahren. Insgesamt sahen die Ausstellungen in dieser Zeit rund 78 000 Besucher, freut sich Willi Kemmler, Vereinsvorsitzender. In den vergangenen Jahren fühlten sich von den Ausstellungsthemen vor Weihnachten immer eher die Frauen angesprochen – etwa, als es um Puppen oder um Teddybären ging. Da bot es sich jetzt einfach an, mit Exponaten wie Dampfmaschinen und Modelleisenbahnen auch einmal „junge Männer zu beglücken“, so Kemmler am Montagabend.

Über 30 Leihgeber zeigen ihre Sammlerstücke im Gomaringer Schloss. Man habe kaum alles untergekriegt, berichtete Kemmler. Bürgermeister Steffen Heß blickte auf die Modelleisenbahngeschichte zurück. Das erste Kind, das nachweislich eine Modelleisenbahn besaß, war der kaiserliche Prinz Napoleon Eugene Louis Bonaparte, sagte Heß – und zwar 1859. Für kleine und große Anhänger hätten mit Dampf betriebene Maschinen ihre Faszination nie verloren, konstatierte Heß. Modelleisenbahnen begeisterten die Menschen seit Generationen: „Jung und Alt haben Freude daran, alle können mitreden.“

Kulturwissenschaftlerin Birgit Wallisser-Nuber führte in die Ausstellung ein. Technisches Spielzeug habe eine lange Tradition, so die Ausstellungsmacherin. Modelleisenbahn und Dampfmaschine gehörten früher für kleine und größere Jungen zu Weihnachten wie Puppe und Puppenstube bei den Mädchen. Da sich nicht jede Familie das Spielzeug leisten konnte, ging so mancher Kinderwunsch aber erst im Erwachsenenalter in Erfüllung. 1935 brachte Märklin die erste elektrisch betriebene H0-Tischeisenbahn heraus. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es einen Wandel von der Spiel- zur Modelleisenbahn. Immer kleinere Modelle kamen auf den Markt. 1984 startete das digitale Modelleisenbahn-Zeitalter.

Im Anschluss an die Eröffnungsreden konnten die zahlreich erschienenen Gäste die in drei Räumen arrangierten Exponate betrachten. Der eine und auch die andere schwelgte in Kindheitserinnerungen. In einer kleinen Vitrine in Raum eins sind Lokomotiven zu sehen, die als Antrieb Uhrwerke mit Federn haben: Sie müssen immer wieder mit einem Schlüssel aufgezogen werden. Die Adler-Lokomotive, ein „dampfendes Ungeheuer“, thront in der Nähe vom „Gönninger Bähnle“ – einer Dampflok, die zwischen Reutlingen und Gönningen verkehrte.

Mitte der 1920er Jahre wurden Loks mit Starkstromantrieb verboten. Auch solche stehen in den Kästen. Ebenso wie die „Big Boy“ von Märklin, die größte Lok, die je gebaut wurde und der Prachtzug von König Ludwig von Bayern.

Info Die Ausstellung „Spielzeug unter Dampf“ ist immer sonntags von 13 bis 17 Uhr zu sehen. Weitere Informationen im Internet unter www.schlossmuseum- gomaringen.de.

Modelleisenbahnen und Dampfmaschinen im Gomaringer Schloss
Von der dampfenden Adler-Lokomotive bis ins digitale Modelleisenbahn-Zeitalter: Das Gomaringer Schloss zeigt seit Montag die Ausstellung „Spielzeug unter Dampf“.Bild: Rippmann

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25.11.2014, 12:00 Uhr

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