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Potsdam

Mord an Elias wird rekonstruiert

Die Morde an Mohamed und Elias hat ein 32-Jähriger aus Brandenburg gestanden. Nun sagt er nichts mehr. Die Ermittlungen werden schwierig.

03.11.2015
  • DPA

Potsdam Der mutmaßliche Mörder von Elias (6) und Mohamed (4) schweigt zu seinen Taten. "Bisher haben wir keine weitere Aussage des Mannes", sagte der Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Christoph Lange. Im Vordergrund stehe nun die Rekonstruktion des Mordes an Elias. "Wir benötigen detaillierte Erkenntnisse der Rechtsmedizin, wie der Junge zu Tode gekommen ist." Erst dann könne man einen erweiterten Haftbefehl gegen den Verdächtigen (32) beantragen.

Die Ermittlungen in beiden Mordfällen hat jetzt die Brandenburger Staatsanwaltschaft übernommen. Denn beide Kinder waren in Brandenburg getötet worden.

Mohamed aus Bosnien-Herzegowina war am 1. Oktober aus der Anlaufstelle für Flüchtlinge in Berlin entführt worden. Elias verschwand am 8. Juli nahe der elterlichen Wohnung in Potsdam. Der mutmaßliche Doppelmörder soll in die Haftanstalt Brandenburg/Havel überführt werden. Er hat beide Taten gestanden, aber nur im Fall Mohamed umfangreiche Angaben zum Ablauf der Tat gemacht.

Die Berliner Ermittler überprüfen in allen Fällen von vermissten Kindern, ob es Zusammenhänge mit dem mutmaßlichen Mörder von Mohamed und Elias geben könnte. Dafür stehen auch die Ermittler der seit sechs Monaten vermissten Inga aus Sachsen-Anhalt weiter im Kontakt mit denen in Berlin und Brandenburg. Es gebe aber keinen Hinweis auf einen Zusammenhang. Inga war Anfang Mai im Alter von fünf Jahren in einem Wald bei Stendal verschwunden.

In Medien wird bereits darüber spekuliert, ob der Mutter des mutmaßlichen Mörders von Mohamed die für Hinweise auf den Täter ausgesetzte Belohnung von insgesamt 20 000 Euro zusteht. Sie hatte der Polizei den entscheidenden Hinweis auf den 32-Jährigen gegeben. Zur Anerkennung und Auszahlung der Belohnung komme es frühestens nach Rechtskraft des Urteils, hieß es dazu von der Staatsanwaltschaft.

Mohamed soll in den nächsten Tagen nach islamischem Ritus bestattet werden, sagte der Berliner SPD-Abgeordnete Ilkin Özisik. Das Geld für die Bestattung sei über Spenden gesammelt worden. Özisik forderte ein vorläufiges Bleiberecht für die Familie. Die Mutter werde sonst nur noch einen Monat geduldet. Sie wolle aber im Prozess als Nebenklägerin auftreten.

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03.11.2015, 12:00 Uhr

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