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Eine Handvoll Hinweise jeden Tag

Mordfall Nadine: Bisher nur ein Zeuge und keine heiße Spur

Eine Frau geht in Ludwigsburg aus dem Haus und verschwindet. Acht Tage danach findet die Polizei dann ihre Leiche. Aber wer ist der Mörder? Die Ermittler stehen vor einem rätselhaften Fall.

04.11.2015
  • STEFANIE JÄRKEL, DPA

Ludwigsburg Nadine E. hatte blaue Augen, war blond, schön und schlank. Am 12. Oktober verlässt die junge Mutter abends das Haus in Ludwigsburg. Acht Tage danach findet die Polizei ihre Leiche im Gebüsch nahe den S-Bahn-Gleisen in der Stadt.

Der Körper ist nackt. Zwei Wochen später haben die Beamten immer noch keine Spur. Es gibt zwar 100 Hinweise aus der Bevölkerung, aber unklar ist, wer die 36-Jährige getötet hat. "In den vergangenen Jahren gab es sicherlich keinen Fall, der zumindest zu Beginn so viele Fragezeichen aufgeworfen hat wie dieser", sagt ein Sprecher der Polizei in Ludwigsburg. Eine 55-köpfige Sonderkommission versucht, den Mörder von Nadine E. zu finden.

Doch bisher gibt es nur einen Zeugen, der die junge Frau kurz nach dem Verlassen ihres Hauses in einem Supermarkt gesehen haben will. Sonst gebe es keine Hinweise darauf, wo Nadine E. sich nach ihrem Verschwinden aufhielt, sagt der Polizist. Selbst die Verteilung von 3500 Flyern brachte keinen entscheidenden Tipp. Nun veröffentlichte die Polizei ein Foto der Frau. Es zeigt sie wenige Stunden vor ihrem Verschwinden in einer Bank.

Sollten sich die Ermittlungen weiter schwierig gestalten, wäre ein Aufruf in der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY. . . ungelöst" denkbar, sagt der Polizeisprecher. Aktuell würden allerdings noch Spuren ausgewertet. Und: Jeden Tag gehen eine Handvoll neue Hinweise ein.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Frau kurz nach ihrem Verschwinden getötet und die Leiche im Gebüsch abgelegt wurde. Das Auto von Nadine E. fand die Polizei am S-Bahn-Halt Favoritepark - 200 bis 300 Meter vom Fundort der Leiche entfernt. Die tote Frau wurde nach Einschätzung der Ermittler mit einem Auto transportiert. Ihr Handy wurde zuletzt am gleichen Abend in diesem Bereich geortet.

Zu den Ergebnissen der Obduktion schweigen die Ermittler weitgehend. "Wir können sie noch nicht rausgeben, weil sie im Moment reines Täterwissen sind", sagt der Sprecher. Die Fahnder sagen auch nicht, wie Nadine E. getötet wurde, weil diese Informationen dann nicht mehr im Ermittlungsverfahren verwendet werden können. Freunde, Bekannte und die Familie des Opfers werden derzeit noch befragt.

Die Polizei sagt nur, dass sie aufgrund der Verletzungen davon ausgeht, dass Nadine E. getötet wurde. Bekannt ist auch, dass die Leiche zwar nackt gewesen sei. Es gebe aber keine Hinweise auf ein Sexualverbrechen. Eine Möglichkeit sei, dass der Täter die Kleidung verschwinden ließ, weil sich darauf Spuren von ihm befanden, meint der Polizeisprecher. In den umliegenden Mülltonnen und Kleidercontainern wurden die Kleider nicht gefunden.

Mordfall Nadine: Bisher nur ein Zeuge und keine heiße Spur
Bild einer Überwachungskamera von Nadine E. am 12. Oktober. Foto: dpa

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04.11.2015, 12:00 Uhr

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