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Russland

Moskaus Aufrüstung sorgt für Unruhe

Während Nationalisten eifrig Namen für die neuen Waffen suchen, reagieren Deutschland und USA alarmiert.

03.03.2018

Von STEFAN SCHOLL UND DPA

So sieht die neue Sarmat-Interkontinentalrakete der Russen aus. Foto: Russian Television/AP/dpa

Berlin/Moskau. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und US-Präsident Donald Trump haben sich „besorgt“ über die Rüstungspolitik des russischen Staatschefs Wladimir Putin geäußert. In einem Telefonat hätten Merkel und Trump auch Sorge über die „negativen Auswirkungen“ auf Bemühungen zur Rüstungskontrolle ausgedrückt, so Regierungssprecher Steffen Seibert.

Die Bundesregierung hält „das gesamte sicherheitspolitische Verhalten Russlands“ inzwischen für besorgniserregend. Dazu zählten die völkerrechtswidrige Annexion der Krim, Drohgebärden gegenüber Nachbarstaaten und das Unterlaufen rüstungskontrollpolitischer Vereinbarungen, sagte Seibert. Putin hatte am Donnerstag eine neue Serie russischer Atomwaffen vorgestellt. In einer Rede an die Nation sagte der Präsident, die russische Militäroperation in Syrien habe gezeigt, dass das russische Militär auf der Höhe der Zeit sei.

„Wir sehen den Einsatz der russischen Waffensysteme in Syrien mit besonders großer Sorge. Es gibt angesichts der wirklich grauenvollen Lage der syrischen Zivilbevölkerung wirklich keinen Anlass für den Einsatz bestimmter russischer Waffen dort“, sagte Seibert. Merkel und Trump hatten Russland zuvor aufgefordert, seine Beteiligung an der Bombardierung des Rebellengebietes Ost-Ghuta zu beenden. Das Auswärtige Amt erklärte, die Feuerpausen seien viel zu kurz, um humanitäre Hilfsgüter zu den Eingeschlossenen zu bringen.

In Russland selbst sorgt die Ankündigung Putins für ganz andere Aufregung: Die Patrioten suchen eifrig nach Namen für die noch ungetauften neuen Waffensysteme. Das Verteidigungsministerium hat einen Wettbewerb ausgeschrieben.

Allerdings gibt es in Russland auch Zweifel am Hyperwaffen-Arsenal. Der Präsident dokumentierte die unbegrenzten Möglichkeiten der neuen Raketen mit Videoaufnahmen, die zum großen Teil aus Trickfilmen bestanden. Dabei wurden laut dem Internetkanal TV Doschd zur Präsentation der Interkontinentalrakete „Sarmat“ Ausschnitte aus einem Fernsehfilm von 2007 verwendet, die ältere Wojewod-Raketen im Anflug auf die USA zeigen.

Und der Raumfahrtspezialist Iwan Moissejew staunt gegenüber der Internetzeitung „The Insider“ über die atomgetriebene Rakete, die Putin während seiner ebenfalls per Computergrafik angekündigt hatte: „Es ist unmöglich und überflüssig einen Marschflugkörper mit einem Nukleartriebwerk zu bestücken, und es gibt solche Triebwerke nicht.“ Stefan Scholl (mit dpa)

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Erstellt:
3. März 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
3. März 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. März 2018, 06:00 Uhr

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