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Motiv für Brandanschläge unklar
Nächtliche Brandstiftung: In diesem Ex-Vereinsheim in Remchingen sollten Flüchtlinge unterkommen. Der mutmaßliche Täter steht nun vor Gericht. Foto: dpa
Angeklagter steht ab Freitag in Pforzheim vor Gericht - Urteil im Juni

Motiv für Brandanschläge unklar

Der Prozess wegen des Anschlags auf ein geplantes Flüchtlingsheim in Remchingen beginnt am Freitag. Dem Angeklagten werden zwei Brandstiftungen vorgeworfen, beide Male hinterließ er seine DNA.

12.04.2016
  • HANS GEORG FRANK

Pforzheim. Die auswärtige Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe verhandelt ab 15. April in Pforzheim den Brandanschlag auf ein Gebäude in Remchingen (Enzkreis), in dem Flüchtlinge untergebracht werden sollten. Vor dem Pforzheimer Gericht, besetzt mit zwei Berufsrichtern und zwei Schöffen, muss sich ein 42 Jahre alter Mann wegen Brandstiftung in zwei Fällen verantworten. Er soll auch den Verkaufswagen einer Bäckerei in Rheinau-Freistett (Ortenaukreis) angezündet haben. Dabei war Sachschaden in Höhe von 50 000 Euro entstanden.

Die Brandstiftung in der Ortenau im Januar 2015 hat der Angeklagte gestanden. Mit der Tat im Remchinger Ortsteil Singen vom 17. auf den 18. Juli 2015 dagegen will er nichts zu tun haben. Allerdings sind die Indizien so schwerwiegend, dass wegen dringenden Tatverdachts Haftbefehl erlassen worden ist. An beiden Tatorten war sein "genetischer Fingerabdruck" entdeckt worden. Der Deutsche sitzt seit Oktober 2015 in Untersuchungshaft, die Staatsanwaltschaft erhob vor vier Wochen Anklage. Bei dem Tatverdächtigen soll es sich um einen Kraftfahrzeugmechaniker handeln, teilte das Landgericht mit.

In den Ermittlungsakten hat die Staatsanwaltschaft die Aussagen von 118 Zeugen gesammelt. Mindestens 25 davon sollen im Prozess gehört werden, außerdem sind drei Sachverständige geladen. Die Verhandlung beginnt am Freitag um 10 Uhr, sieben weitere Termine sind angesetzt. Nach diesem Zeitplan ist am 8. Juni mit dem Urteil zu rechnen. Über das Motiv des Angeklagten ist nichts bekannt geworden. Er ist zwar vorbestraft, jedoch nicht wegen Brandstiftung oder fremdenfeindlicher Umtriebe.

Das leerstehende Gebäude in Remchingen hatte zuvor ein Motorradclub genutzt. Als es durch die Flammen zerstört worden ist, hatte der Gemeinderat die Unterbringung von Asylbewerbern noch gar nicht beschlossen. Eine Besichtigung war erst für den 21. Juli 2015 geplant. Durch den Brand war das Haus so beschädigt worden, dass es abgebrochen werden musste. Der Schaden wurde auf 70 000 Euro geschätzt. Die Kommune will an gleicher Stelle einen Neubau errichten, in dem bei Bedarf Flüchtlinge einquartiert werden könnten.

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12.04.2016, 06:00 Uhr

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