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Karlsruhe

Motiv «verletzte Ehre»: Mordprozess beginnt in Karlsruhe

Mit Personenkontrollen und verstärkten Sicherheitsvorkehrungen hat am Mittwoch vor dem Karlsruher Landgericht ein Mordprozess gegen einen 49-Jährigen begonnen.

26.10.2016
  • dpa/lsw

Karlsruhe. Aus verletzter Ehre soll er gemeinsam mit seinem Schwiegersohn mitten in der Karlsruher Innenstadt seinen Cousin und Liebhaber seiner Tochter umgebracht haben. Das 43 Jahre alte Opfer wurde zweimal in die Brust gestochen und in den Kopf geschossen. Sowohl der Kopfschuss wie auch einer der Messerstiche waren laut Anklage tödlich: Das Opfer starb wenig später in einer Klinik an seinen schweren Hirnverletzungen und verblutete innerlich.

Der Angeklagte habe den Mord mit seinem Schwiegersohn, dem Mann der Tochter, geplant und dem Opfer im Februar nachts nach einem Kneipenbesuch mit Messer und Pistole aufgelauert, so der Vorwurf. «Für ihn gab es kein Entrinnen», sagte der Staatsanwalt. Als der 43-Jährige sein in Kneipennähe geparktes Auto aufschloss und heimfahren wollte, setzten sich der Angeklagte und sein Schwiegersohn auf den Beifahrersitz beziehungsweise die Rückbank. Nach kurzem Streit stach der Angeklagte zu. Das Opfer konnte sich noch auf den Gehweg retten und wurde dort vom Schwiegersohn in die Schläfe geschossen.

Eine angebliche Ehrverletzung habe gerächt werden sollen - der Angeklagte habe sich mit seinem geflüchteten Komplizen zum Herrscher über Leben und Tod aufgeschwungen und sich «in unerträglicher Weise über die deutsche Rechtsordnung hinweggesetzt», hieß es in der Anklageschrift weiter. Der 49-Jährige äußerte sich zur Sache nicht.

Der 37-jährige Mittäter hatte sich nach der Tat in die Türkei abgesetzt. Dort soll er gesondert verfolgt werden, ein entsprechendes Ersuchen sei gestellt worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Für den Prozess sind sieben Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird am 24. November erwartet. (Az.: 1 Ks 100 Js 7588/16).

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26.10.2016, 07:26 Uhr | geändert: 26.10.2016, 13:11 Uhr

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