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Karlsruhe

Parcours: «100 Meisterwerke mit und durch Medien»

Einen eigenen Kunstkanon hat das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe entworfen und für eine neue Ausstellung rund 100 Meisterwerke der Medienkunst versammelt.

11.07.2018

Von dpa/lsw

Eine Besucherin des ZKM geht an der Video-Installation «Anemic Cinema» aus dem Jahr 1926 von Marcel Duchamp vorbei. Foto: Uli Deck dpa/lsw

Karlsruhe. Der eigentliche Motor der Kunst ist Bewegung, so lautet die These für die Schau unter dem Titel «Kunst in Bewegung. 100 Meisterwerke mit und durch Medien». Gezeigt werden von Samstag an wegweisende Werke von bekannten Künstlern wie dem Videopionier Nam June Paik, dem amerikanischen Komponisten und Künstler John Cage oder dem Filmemacher Sergei Eisenstein. Auch unbekanntere Arbeiten, etwa des neuseeländischen Bildhauers und Experimentalfilmers Len Lye oder des Ungarn Bertalan Székely, sind zu sehen.

Das besondere am Konzept ist dabei nach Worten der beiden Kuratoren - ZKM-Chef Peter Weibel sowie Medientheoretiker Siegfried Zielinski - die Vernetzung mit zahlreichen Referenzwerken, die den Hauptexponaten als Reflexion an die Seite gestellt werden. So wird eine sogenannte kinetische, also auf Bewegung beruhende, rekonstruierte Skulptur von Marcel Duchamp gezeigt: Ein Fahrrad-Rad auf einem Küchenhocker. Daneben ein Film von Duchamp, in dem er die Idee der Skulptur in Bewegung verwandelt und das Rad sich in seinem Experimentalfilm ««Anémic Cinéma» als hypnotisch drehende Spirale wiederfindet.

«Wir verstehen die Meisterwerke als Werke, die andere Werke benötigen, um ihre Stärke zu entfalten», sagte Zielinski am Mittwoch. In ihrem Liebreiz unmerklich diabolisch ist dabei die kleine Holzapparatur «The Ultimate Machine» von Claude Shannon: Sobald der Betrachter den Schalter auf «on» umlegt, erscheint eine filigrane silberne Hand aus einer Klappe und schiebt ihn umgehend auf «off» zurück. «Man denkt, die digitale Revolution habe gerade angefangen», sagte Zielinski. «Dabei beschäftigt uns das schon viele Jahrzehnte.»

Die Künstler, an denen die Schau sich orientiert, arbeiten mit Filmkameras, Fotoapparaten, Videogeräten, Computerrelais, Algorithmen, erschaffen Klänge und Bilder, verwandeln Bewegung in Kunst und Kunst in Bewegung. Entstanden ist ein so sperriger wie spielerischer Parcours durch die Medienkunstgeschichte: «Wir zeigen Zusammenhänge, wie man sie noch nie gesehen hat», sagte Weibel.

Eine Besucherin des ZKM geht an der Video-Installation «Anemic Cinema» aus dem Jahr 1926 von Marcel Duchamp vorbei. Foto: Uli Deck dpa/lsw

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Erstellt:
11. Juli 2018, 14:32 Uhr
Aktualisiert:
11. Juli 2018, 16:20 Uhr
zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2018, 16:20 Uhr

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