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Münsteraner Kämpfernatur
Umweltministerin Svenja Schulze Foto: Bernd von Jutrczenka
Portrait der neuen Umweltministerin Svenja Schulze (SPD)

Münsteraner Kämpfernatur

Am Tag der Amtsübergabe steht die frisch gebackene Umweltministerin neben ihrer Vorgängerin Barbara Hendricks (SPD) im leergeräumten Ministerbüro und wirkt recht gut gelaunt. Viel Zeit für große Worte hat sie nicht, doch ein paar Worte zu den Herausforderungen, die sie sieht, findet Svenja Schulze (SPD) trotzdem: „Wir sind hier nun mal in einem Industrieland.“

29.03.2018
  • Thomas Block

Berlin. Man dürfe Arbeit und Umwelt nicht gegeneinander ausspielen, müsse die Wirtschaft bedenken und Menschen mitnehmen. Schulze versteht sich als Scharnier zwischen den Welten, als die Frau, die alle mit ins Boot holt.

Es sind die Leitmotive, die sich schon lange durch ihre Reden ziehen. Um sie zu verstehen, muss man auf ihre Zeit im Industrieland Nordrhein-Westfalen blicken. Im September 2015, da war Schulze noch NRW-Wissenschaftsministerin, hält sie einen Vortrag in Gelsenkirchen. Die Veranstaltung nennt sich „Klima.Salon“, sie will Industrie, Wissenschaft und Klimaschutz miteinander ins Gespräch bringen. Es ist die Art von Veranstaltung, die Schulze mag.

Die Münsteranerin erklärt, wie sie sich die Energiewende und den Klimaschutz vorstellt. Sie fordert ein gesellschaftliches Umdenken. „Die Energiewende stellt uns hier in Nordrhein-Westfalen vor neue Herausforderungen. Wir haben als Rückgrat unserer Wirtschaft sehr energieintensive Industrien“, sagt sie, und: „Viele fragen sich: Wie viel Klimaschutz verträgt ein Land wie Nordrhein-Westfalen?“ Diese Frage hat sie mit nach Berlin genommen.

Svenja Schulze, Jahrgang 1968, war Landesschülersprecherin, dann Asta-Vorsitzende an der Uni Bochum, dann Juso-Vorsitzende in NRW. Mit 29 zog sie als jüngste Abgeordnete in den Düsseldorfer Landtag und setzte ihren Schwerpunkt auf Verbraucher- und Umweltpolitik. Unter NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) wurde sie dann aber doch Wissenschaftsministerin.

Schulze schaffte die Studiengebühren ab, schränkte mit der Hochschulreform die Freiheiten ein, die ihr Amtsvorgänger Andreas Pinkwart (FDP) den Universitäten eingeräumt hatte, und brachte damit die Rektoren in NRW gegen sich auf. Doch wenn es etwas gibt, mit dem Schulze umgehen kann, dann ist es Gegenwind.“ Nach dem Wahldebakel 2017 machte sie der neue Vorsitzende der NRW-SPD, Michael Groschek, zur Generalsekretärin, seit Dezember sitzt sie im Präsidium der Bundes-SPD. Schulze gilt als hervorragend vernetzt. Das kann sie im neuen Job gut gebrauchen – wie ihren Kampfgeist auch.

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29.03.2018, 06:00 Uhr

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