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Neues „Flecka-Theater“ hat seinen ersten Auftritt bei Dettenhäuser Kirbe

Mundartig statt unflätig

DETTENHAUSEN (kw). Tagsüber sitzen sie im Büro, stehen hinter Theken oder in Fabriken und abends auf der Bühne. Zur 900-Jahr-Feier will das „Dettenhäuser Flecka-Theater“ ein Stück des Erfolgsautors aus der Gemeinde, Felix Huby, inszenieren. Doch zuvor wird sich das neue Ensemble an dem Mundartstück, „Dr Gsondheitsaposchtel“ bewähren.

15.10.1998

Eine Mime im bunten Bademantel lukt hinter dem Vorhang hervor: „Gary, mach des Licht aus!“ Licht aus, Spot an. Ein Handy klingelt. Das gehört nicht zum Stück. Nach kurzem Telefonat kann die Probe in der Schönbuchhalle fortgesetzt werden.

Eigentlich läuft alles schon wie geschmiert: Text und Tempo stimmen. Seit März arbeiten die sieben Laienschauspieler mit Regisseurin Rita Binder-Schramm an ihrem ersten Auftritt. Angefangen haben sie mit Kennenlern-Spielen, damit die Truppe „zusammenwächst“, erklärt die Regisseurin. Dann wurde ein Stück ausgewählt. Die Texte waren nicht das Problem: „die wurden daheim mit Mann und Kind geübt.“

Schwieriger war es für die Laien, sich mit ihren Rollen zu identifizieren. Deshalb hat sich jeder für seine Rolle einen Lebenslauf ausgedacht. Helmut Kümmerle stellt sich vor, daß der Junggeselle Reinhold, den er verkörpert, aus bürgerlichen Verhältnissen stammt, zwei Geschwister hat, als Autohändler arbeitet und sich bestenfalls an schnelle Autos binden mag. Kümmerle - selbst verheiratet, dreifacher Vater und einfacher Großvater - trifft sich zweimal wöchentlich mit seiner Truppe. Es wird viel gelacht, und alle versichern, daß sie bei den Proben viel Spaß haben. Oft geht man dannach noch in die Kneipe.

Die Regie sitzt unten im Zuschauerraum, die Beine lässig auf den Stuhl gelegt, ein Glas Limonade in der einen, die Zigarette in der anderen Hand. „Ich hätte auch gern mitgespielt, aber es gab keine Rolle mehr“, meint Rita Binder-Schramm. Ab und zu springt sie auf, korrigiert die Requisite oder ermahnt die Schauspieler, schneller, langsamer, lauter oder leiser zu sprechen. „Es braucht jemand, der das Ganze im Auge hat“, sagt sie. „Oft sind die Schauspieler etwas verhalten. Ich sage dann: Benutzt doch eure Hände!“

Die Komödie bietet den einzelnen Darstellern viel Gestaltungsraum. „Der Autor würde sein Stück nicht wiedererkennen“, versichert Kümmerle. Eine Strichfassung hat das Ensemble nicht gebraucht, im Gegenteil: „Eigentlich dauert das Stück 50 Minuten. Wir haben eindreiviertel Stunden draus gemacht“, erklärt er. Bei der Textauswahl war ihm wichtig, „daß das nicht so primitiv ist und daß keine unflätigen Dinge drin vorkommen.“

Wenn sie das Stück von Felix Huby zum Gemeindejubiläum im Jahr 2000 einstudieren, werden sie schon einige Routine haben, meint Kümmerle. Alle sind sehr gespannt auf das Manuskript. Aber im Augenblick spielt das eine untergeordnete Rolle. Alle sind auf das Kirbenwochenende, auf die Premiere fixiert, und allmählich werden die Schauspieler unruhig.

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15.10.1998, 12:00 Uhr

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