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Klassisch-Tipp

Musikalische Gespenster

Im Jahr 1883 erhielt Antonin Dvorak vom Birmingham- Festival den Auftrag, ein üppig besetztes Werk für Chor und Orchester zu schreiben. Mit Kusshand nahm der Komponist den Auftrag an. Zwei Jahre später lag die Kantate „Die Geisterbraut“ für Soli, Chor und Orchester op. 69 nach der Schauerballade Karel Jaromir Erbens vor.

12.04.2017
  • BURKHARD SCHÄFER

Erzählt wird die Geschichte einer Braut, die einem Geist durch die Nacht bis auf den Friedhof folgt. Der Sonnenaufgang erlöst von diesem Spuk. In der vorliegenden Interpretation mit der Wiener Singakademie und dem Wiener Radio-Symphonieorchester zieht Chefdirigent Cornelius Meister alle Register, um den Hörer mitten in das Schauer-Geschehen hineinzuversetzen. Gemeinsam mit Simona Šaturová (Sopran), Pavol Breslik (Tenor) und Adam Plachetka (Bassbariton) gelingt das bezwingend (erschienen bei Capriccio, C5315).

Was ist das für eine merkwürdige Geschichte, die uns Dvorak hier auftischt?

Cornelius Meister : Eine musikalische Gespenstergeschichte, vielleicht sogar „schwärzeste Horror-Romantik“, wie es in einem Bericht hieß, ein fantastisches Märchen, ein dramatisches, abendfüllendes Musikstück: Dieses und vieles mehr ist Dvoraks Kantate „Die Geisterbraut“. Sie spricht gleichermaßen den Musik- wie den Dramen-Liebhaber an.

Welches Konzept liegt Ihrer Einspielung und Interpretation zu Grunde?

Grundlage dieser Aufnahme ist unsere Aufführung in der hervorragenden Akustik des Wiener Konzerthauses. Genau das schätze ich an Aufnahmen besonders: wenn es gelingt, das Live-Erlebnis ins heimische Wohnzimmer zu holen. Dvoraks Klangpracht mit seiner reichen Harmonik, den wunderbar langgesponnenen Melodien und den lautmalerischen Spuk-Elementen – ich denke besonders an das unheimliche Pochen – zieht jeden in seinen Bann.

Was können Sie uns über Sänger und Musiker sagen, die hier mit Ihnen agieren?

Auf der Aufnahme singen die aus meiner Sicht idealen Solisten für dieses Werk. Die Wiener Singakademie, die einst von Johannes Brahms geleitet wurde, blickt auf eine mehr als 150-jährige Geschichte zurück. Das Wiener Radio-Symphonieorchester und ich beschäftigen uns seit langem schon mit Dvoraks Musiksprache, auch mit seinen sinfonischen Dichtungen. Demnächst wird unsere Einspielung sämtlicher Sinfonien von Bohuslav Martinu bei Capriccio erscheinen und unsere Auseinandersetzung mit der tschechischen Musik fortsetzen.

Burkhard Schäfer

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12.04.2017, 06:00 Uhr

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