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Geschäft

Musikmesse steht in der Kritik

Internethandel mit Instrumenten drückt auf die Preise. Die Wünsche der Firmen widersprechen einander.

05.04.2017
  • DPA

Frankfurt. 110 000 Musikalienhändler, Hersteller, Vertriebsmitarbeiter und Musikinteressenten: Die Zahl der Besucher der Frankfurter Musikmesse und ihre Schwester-Messe Prolight + Sound konnte sich 2016 sehen lassen. Vom 5. bis 8. April findet die Messe zum 38. Mal statt. Dennoch steht sie in der Kritik: Zu wenige attraktive Aussteller, zu wenige Fachhändler, viele Neuheiten hat Anfang des Jahres schon die Namm-Show in Kalifornien gezeigt. Was nun, Musikmesse?

„Die Musikinstrumentenbranche ist geprägt von Marktkonzentration auf Hersteller- wie auch auf Händlerseite“, sagt Detlef Braun, der Geschäftsführer der Messe Frankfurt. „Allein in Deutschland hat sich die Zahl der Händler seit 2004 um rund ein Drittel reduziert.“ Gleichzeitig gebe es überdurchschnittlich mehr digitale Anbieter. Die Folgen: Preiskämpfe im Internet und schrumpfende Margen.

„Solche Marktentwicklungen spiegeln sich auch auf der Messe wider“, sagt Braun. Unter anderem in „neuen Anziehungspunkten“, darunter Seminare für Händler, ein 200 Konzerte zählendes Rahmenprogramm, Foren für Themen wie Musiktherapie und Musikerziehung.

„Wir wollen mit unserer Veranstaltung gleichermaßen Branchenprofis, Musiklehrer, erfahrene Musiker und musikalische Einsteiger ansprechen“, sagt Braun. Ein Spagat, der nicht unter allen Marktteilnehmern gleichermaßen gut ankommt.

Ein Teil der Aussteller wünscht sich die Messe als reine Fachmesse. Andere wünschen die pure Endverbraucher-Messe wie Fender Musical Instruments. Dessen Generalmanager Ralf Benninghaus-Fliedner: „Heute präsentieren Firmen ihre neuen Produkte nicht zwingend auf einer Messe, sondern dann, wenn sie fertig sind. Für Händler hat die Messe deshalb an Relevanz verloren.“

Acht dominante Händler

Zwei Philosophien, eine Lösung. Die Musikmesse ist mittlerweile beides, sowohl Fach- als auch Endverbrauchermesse. Detlef Braun: „Die Musikmesse soll Begeisterung fürs Musikmachen wecken, festigen und die emotionale Bindung an das Instrument stärken.“ Mit „Discover Music“ hält man beispielsweise für alle Neueinsteiger ein Gelände bereit, in dem Anfänger Instrumente testen können. Anfänger sind künftige Kunden.

Der Markt ist heiß umkämpft, einige Branchengrößen dominieren ihn gnadenlos, wie das Statistische Bundesamt weiß: Im Jahr 2014 haben acht deutsche Händler knapp die Hälfte des gesamten Branchenumsatzes von 1,2 Milliarden Euro erzielt. Die andere Hälfte entfiel auf die anderen 1850 Händler. dpa

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05.04.2017, 06:00 Uhr

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