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Palmers Aussagen zur Asylpolitik

Mut machen

Zu den Äußerungen des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer zur Flüchtlingspolitik.

13.11.2015

Boris Palmer nutzt dieser Tage die Flüchtlingskrise aus, um sich bundesweit einen Namen zu verschaffen – auf Kosten der Flüchtlinge und der deutschen Willkommenskultur. Palmers erster Vorschlag: bewaffnete Grenzen. Ich will Herrn Palmers Rechtfertigung hören, wenn an deutschen Grenzen syrische Flüchtlinge erschossen werden! Zweiter Vorschlag, Lage in den Flüchtlingslagern in der Türkei verbessern.

Warum ist denn die Lage dort so schlecht? Nur mal ein kleiner Vergleich: um in Deutschland auf die gleiche Flüchtlingsanzahl pro Bevölkerung wie im Libanon zu kommen, müsste Deutschland über 20 Millionen Flüchtlinge aufnehmen. Wenn wir die Lage dort verbessern wollen, müssen wir zuerst einmal einen Teil dieser Flüchtlinge bei uns aufnehmen.

Palmers Ziel: mehr Druck auf EU-Partner. Ich kann Ihnen versichern, Orbán sitzt in Sachen menschenunwürdige Reaktion auf Flüchtlingskrise am längeren Hebel. Ihre Vorschläge geben ihm doch nur Recht, dass sein vier Meter hoher Zaun die richtige Lösung sei.

Wie also das Problem lösen? Hemmschwellen abbauen, Flüchtlinge in der privaten Wohnung unterzubringen durch Informationsabende, Leitfäden und persönliche Gespräche. Initiativen weiterführen, die bereits gut gestartet sind – kurz: den Tübingern noch mehr Mut machen, sich zu engagieren. Tübingen ist eine innovative Stadt, eine Stadt, in der es den meisten Menschen gut geht. Eine Stadt, die das Potenzial hat, noch mehr in tiefste Not geratene Menschen menschenwürdig aufzunehmen. Wer sollte es schaffen, wenn nicht wir?

Anna Martin, Ammerbuch

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Erstellt:
13. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
13. November 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. November 2015, 12:00 Uhr

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