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Kommentar Bahn

Mutige Österreicher

Liebhaber von Nachtzügen dürfen sich freuen: Sie können auch künftig lange Strecken im Schlaf zurücklegen. Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) springen zumindest zum Teil ein, wenn die Deutsche Bahn (DB) mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember auch die letzten Nacht- und Autoreisezüge einstellt.

08.10.2016

Von DIETER KELLER

Dieter Keller Foto: Südwest Presse

Sie werden nicht aus Menschen- oder Zugliebe in ihrem großen Nachbarland aktiv, sondern weil sie damit Geld verdienen wollen. Das ist einerseits mutig, weil die DB mit ihrem Angebot zeitweise bei 90 Millionen Euro Umsatz 30 Millionen Euro Verlust eingefahren hat, weshalb sie aus dem Geschäft aussteigt, das schon lange keines war. Andererseits haben sie eine bessere Basis: Die ÖBB machen erstaunliche 17 Prozent ihres Fernverkehrs mit Nachtzügen. Da sind die Fixkosten schon weitgehend abgedeckt. Bei der DB ist es nicht einmal 1 Prozent.

Offen bleibt, in wieweit die ÖBB von niedrigeren Personalkosten profitieren. Allerdings drängt sich der Eindruck auf, dass sie die Nachtzüge mit etwas mehr Liebe und Engagement betreiben. Beim Riesentanker DB waren sie nur eine Randaktivität, bei der zudem die meisten Nachbarländer nicht mehr mitgemacht haben, was wichtig gewesen wäre.

Übrigens haben sich in letzter Zeit erstaunlich viele als Nachtzug-Fans geoutet. Wäre nur ein Teil davon tatsächlich mitgefahren, wären die Wagen ständig überfüllt gewesen.

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Erstellt:
8. Oktober 2016, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
8. Oktober 2016, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 8. Oktober 2016, 06:00 Uhr

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