Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Muxmäuschenstill

Zwischen übermütiger Mediensatire und überdehntem Filmstudentenulk: Amoklauf eines Tugendterroristen.

Zwischen übermütiger Mediensatire und überdehntem Filmstudentenulk: Amoklauf eines Tugendterroristen.

MUXMÄUSCHENSTILL
Deutschland

Regie: Marcus Mittermeier
Mit: Jan Henrik Stahlberg,Fritz Roth,Wanda Perdelwitz

- ab 16 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
24.11.2015
  • che

Selten ging ein deutscher (Independent-)Film mit so vielen Vorschuss-Lorbeeren an den Start; sogar die Bundeszentrale für politische Bildung hat ein Begleitheft zu diesem für angeblich 40 000 Euro herunter gekurbelten Streifen heraus gebracht. Tatsächlich ist „Muxmäuschenstill“, von Regisseur Marcus Mittermeier und Hauptdarsteller Jan Henrik Stahlberg gemeinsam konzipiert, nicht nur ein ziemlich schräger Vogel von Film, sondern er strotzt vorderhand auch vor sozialer Relevanz.

Seine Hauptfigur Mux, äußerlich eine Mischung aus Junge-Union-Gauleiter und ewiger Konfirmand, hat einen uralten Traum. Er will die moralisch verlotterte Welt auf eigene Faust wieder ins Lot bringen. So zieht er mit seinem Lakaien Gerd (Fritz Roth) durch die Lande, um erst mal die Übeltäter des Alltags in flagranti zu ertappen und augenblicklich zu bestrafen. Ein sorgloser Hundebesitzer wird mit dem Kopf ins Häufchen seines Vierbeiners getunkt. Ein Freibadpinkler bekommt ein peinliches Bekennerschild um den Hals gehängt. Eine Ladendiebin muss sich in der Umkleidekabine vor ihm ausziehen. Noch bizarrer wirken die Strafaktionen, weil sie verwackelt und grieselig wie die Reality-Soap eines verschrobenen Lokalfernsehsenders daher kommen.

So witzig, übermütig und anarchisch das im Einzelnen auch ist, wird man aber schon fragen dürfen, was oder wen Stahlberg und Mittermeier eigentlich auf die Schippe nehmen wollen. Den Gerechtigkeits-Fanatiker, dessen edles Streben stets im Terror endet? Den Blockwart (in uns), der lustvoll die Erniedrigung seiner Mitmenschen zelebriert? Geht es gegen die Medien, die jeden Hanswurst zum Superstar aufblasen, oder verherrlicht der Film klammheimlich den hemdsärmeligen Tatmenschen, der den Saustall mal gründlich ausmistet? Macht er sich über moralinsaure Ruck-Redner lustig oder agitiert er, wie ein Kritiker vermutet, im Sinne Horst Köhlers gegen ein in „geistiger Starre“ und „emotionalem Phlegma“ verharrendes Land?

Man kann diesen Wust sich aufdrängender Fragen dem Film als Komplexität gutschreiben. Man kann aber auch zu dem Schluss kommen, das die beiden Macher im Überschaum ihrer skurrilen Ideen keinen klaren Gedanken mehr fassen konnten.

Spielplan

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
17.09.2004

12:00 Uhr

Matthias Wannenmacher schrieb:

ungewöhnlich, scharfzüngig und voll schmerzender Komik



07.09.2004

12:00 Uhr

Dietmar Rager schrieb:

Mux Biedermann ganz gross.
Bravo!



31.08.2004

12:00 Uhr

Daniel schrieb:

Gute Idee, guter Hauptdarsteller, gute Unterhaltung; die Aussage bleibt wohl in der Schwebe (was nicht unbedingt schlecht sein muß).



28.08.2004

12:00 Uhr

judge dread schrieb:

...sehr ambivalent.
Eine Entdeckungsreise zu unserem inneren "Blockwart".
Amüsant-schaurig-sadistische Tragikkomödie über die Lust zur Selbstjustiz.



03.08.2004

12:00 Uhr

Jenny schrieb:

ich finde muxmäuschen ganz ok



<< < 1 2 3 > >> 

Kino Suche im Bereich
nach Begriff
Anzeige