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„Nach Stuttgart 21 beginnt die Zukunft“
Wie schon 2017 will die Gruppe um Wieland Backes Präsenz zeigen. Foto: Sebastian Gollnow, dpa
Städtebau

„Nach Stuttgart 21 beginnt die Zukunft“

Der Verein Aufbruch will mit verschiedenen Aktionen Impulse setzen und bei der Planung mitmischen.

03.03.2018
  • CAROLINE HOLOWIECKI

Stuttgart. Der Verein Aufbruch hat eine rasante Entwicklung hinter sich: Seit einem Jahr erst gibt es die Gruppe um den Vorsitzenden Wieland Backes – gegründet von Kulturschaffenden und Architekten. Bereits jetzt hat sie 700 Mitglieder um sich geschart, die sich ein lebenswerteres Stuttgart wünschen.

Der Aufbruch kam in dem Jahr allerdings nicht weit vom Fleck. Angst, dass dem Verein die Mitglieder abspringen, wenn den Gedankenspielen keine schnellen Taten folgen, hat der Vorsitzende nicht. „Da sind unsere Fantasie und Leidenschaft gefragt“, sagt Backes, der einst die SWR-Sendung „Nachtcafé“ moderierte. Wichtig sei, die Euphorie durch Impulse am Köcheln zu halten. Neben Vorträgen oder Exkursionen plant Aufbruch wieder eine Großaktion. Im September 2017 war der Verein mit rund 2000 Anhängern über die gesperrte B14 flaniert, in diesem Jahr soll eine Kunstaktion – Arbeitstitel „1000 Stühle“ – stattfinden. Die Aufbrüchler wollen auch bei der Gestaltung des künftigen Rosensteinquartiers mitreden. Groß zu denken, gibt Backes als Motto aus, es gehe um Planungen für die Zeit nach Stuttgart 21, „danach beginnt die Zukunft“.

Der Kernforderung der überparteilichen Initiative, die B14 als „massive Zäsur“ zwischen den großen Kultureinrichtungen und „Erbe des Automobilzeitalters“ zu beseitigen, scheint einen Nerv zu treffen. Das jüngste Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zu Diesel-Fahrverboten spielt den Initiatoren in die Karten. „Wenn man mit dem Thema gut umgeht und eine Akzeptanz schafft, ist das eine einmalige Chance“, glaubt Backes,

Die Idee von der mutigen Stadt, die mehr öffentlichen Raum für die Bürger anbietet und Kultur erlebbarer macht, vom „Masterplan für die Innenstadt“, ist Idee geblieben – umsetzen müssen sie andere. Gefragt ist die Politik, „und Planungen brauchen entsetzlich lange“, weiß der Architekturhistoriker und Städtebaukritiker Frank Werner, der Gastredner zum ersten Aufbruch-Jahrestag. Immerhin: OB Fritz Kuhn hat einen Wettbewerb für eine Neugestaltung der B14 ausgelobt. Laut Backes möchte Kuhn noch in diesem Jahr Resultate vorlegen: „Wir wünschen uns eine Bürgerbeteiligung, die den Namen verdient.“ Der Ex-Moderator nannte sich selbst einen „gefühlten Tunnelanhänger“. Laut Ulrike Groos, der Direktorin des Kunstmuseums, ist die anfängliche Skepsis vieler Stuttgarter in Kooperationswillen umgeschlagen, „wichtig ist eine Stimmung, die erzeugt wird“. Für Ergebnisse brauche es Geduld. Caroline Holowiecki

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03.03.2018, 06:00 Uhr

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