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Nach dem Strand auf die Expo
Die Türkei zeigt sich stark und stolz: Jets der Luftwaffe boten zur Eröffnung eine Flugshow. Foto: dpa
Weltausstellung im türkischen Badeort Antalya eröffnet - Vieles noch nicht fertig

Nach dem Strand auf die Expo

Viele Urlauber meiden die Türkei aus Angst vor Terror. Genau in dieser Zeit öffnet die erste Weltausstellung im Küstenort Antalya. Die Expo soll Besucher locken und die Region in der Welt bekannt machen.

25.04.2016
  • LENA KLIMKEIT, DPA

Antalya. Beeindruckende Bergpanoramen, tiefblaues Wasser: Mehr als zwölf Millionen Touristen kommen jährlich in den südtürkischen Küstenort Antalya. Er ist auch unter Deutschen ein beliebtes Ferienziel - aber ebenso berühmt und bei vielen verpönt für seine Bettenburgen und Massentourismus. Ausgerechnet dort richtet die Türkei nun eine Weltausstellung aus, die sich bis 30. Oktober dem Thema Nachhaltigkeit und der "Hoffnung auf eine grünere Welt" widmet. Zu sehen sind riesige bewachsene Tierskulpturen, neben bunten Blumenfeldern stehen Palmen, mittendrin: ein See.

Vier Jahre lang hat sich das Land auf das Großereignis vorbereitet, am Wochenende öffneten die Tore der ersten Expo in der Türkei: 35 000 Besucher kamen laut Veranstalter bis gestern Nachmittag zum Auftakt im südtürkischen Antalya.

Den Startschuss gab am Freitag der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Am Samstag folgte eine Parade von Düsenjets, die bei ihrer Flugshow Kondensstreifen in den türkischen Nationalfarben Rot und Weiß in den Himmel malten. "Das ist für die Kinder!", rief der Ansager. Dann jagten die Jets wieder empor, drehten seitlich ab - und malten ein Herz in die Luft.

In praller Sonne warteten die ersten Besucher der Expo in Schlangen vor den Eingängen. Der Andrang hielt sich aber in Grenzen: Auf dem 112 Hektar großen Gelände verteilten sich die Menschen rasch. Erst am Nachmittag drängte sich eine Masse an Besuchern auf dem Expo-Hügel, als die Jets Parade flogen.

Die Türkei zeigt sich stark und stolz: Die Expo soll schließlich Besucher in den auch bei deutschen Urlaubern beliebten Badeort ziehen, die Veranstalter rechnen mit mehr als acht Millionen Besuchern.

Nachdem mehrere terroristische Anschläge mit zahlreichen Toten die Türkei erschütterten, leidet das Land darunter, dass immer weniger Touristen kommen. Zwei Wochen vor Beginn der Expo warnten die USA dann auch noch vor Anschlägen in Antalya.

Die Internationale Gartenbauausstellung steht unter dem Motto "Blumen und Kinder - Ein grünes Leben für zukünftige Generationen". Insgesamt beteiligen sich mehr als 50 Nationen an der Expo. Auch Deutschland ist dabei: Besuchen kann man die deutsche Gartenanlage allerdings noch nicht. Die knapp 1500 Quadratmeter große Fläche soll Mitte Juni fertig sein, sagte der deutsche Konsul in Antalya, Martin Vetter. Dann sollen sich Besucher dort etwa über nachwachsende Rohstoffe informieren können.

Auch sonst steckt die Expo noch in den Kinderschuhen: "Vieles ist einfach noch nicht fertig", sagte Besucherin Ellen Witte, die aus der Nähe von Hamburg kommt. Im pakistanischen Pavillon habe man ihr und ihrem Mann gesagt, sie sollten am nächsten Tag wiederkommen. Aufgefallen sei den beiden auch, dass Wege nur auf Türkisch ausgewiesen seien und Informationsmaterial fehle. Antalya ist die letzte Station ihrer Rundreise durch die Türkei, ihr Hotel bot die Fahrt zur Weltausstellung an. Beeindruckt habe beide vor allem der chinesische Beitrag zur Expo.

Am Eröffnungswochenende standen noch immer vereinzelt Bagger am Wegesrand, neben dem zentralen, mehr als 100 Meter hohen Expo-Turm in Form eines Blütenkelchs ragten Kräne in die Höhe. Zahlreiche Konstruktionen sind noch in Bau, einige Cafés auf dem Gelände haben geschlossen. Auch die Straßenbahnlinie, die eigentlich zum Start der Expo das Gelände mit dem Zentrum Antalyas verbinden sollte, ist noch nicht fertig. Besucher mussten privat, mit Taxis oder Bus-Shuttles zum außerhalb gelegenen Gelände anreisen.

Nachdem die Türkei bei der Vergabe der groß angelegten Weltausstellungen für 2015 leer ausging, bekam sie den Zuschlag für die internationale Gartenbauausstellung. Für Konsul Vetter ist die Expo eine Chance: "Es ist die erste Großveranstaltung dieser Art, die hier stattfindet", sagte er. Sie bedeute vor allem, dass aus der Region etwas gemacht und sie in der Welt bekannt werde.

Info http://www.expo2016.org.tr/Anasayfa/ge

Große Schauen

Expo Die Weltausstellungen werden seit 1851 in unregelmäßiger Folge an wechselnden Orten und in unterschiedlichen Kategorien ausgetragen. Für die Vergabe der prestigeträchtigen Veranstaltungen ist das im November 1928 gegründete Internationale Ausstellungsbüro (Bureau International des Expositions, BIE) in Paris zuständig. Beteiligt sind mittlerweile 169 Mitgliedstaaten. Die groß angelegten „World Expos“ dauern sechs Monate und finden alle fünf Jahre statt, wie im vergangenen Jahr im italienischen Mailand. Dazwischen werden auch Expos in kleinerem Umfang und mit kürzerer Dauer veranstaltet – zuletzt 2012 in Yeosu (Südkorea). Seit 1960 präsentieren die Expo-Organisatoren zudem internationale Gartenbauausstellungen wie jetzt in Antalya. dpa

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25.04.2016, 06:00 Uhr

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