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Jubel, Freude, Müdigkeit

Nach dem deutschen WM-Triumph feierten Fans bis in die Nacht

Der spektakuläre 7:1-Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft im WM-Halbfinale gegen Brasilien hatte in Tübingen eine lange Nachspielzeit. Feiernde füllten die Straßen teilweise bis in die Morgenstunden. Fast alles verlief friedlich, einen Zwischenfall meldete die Polizei. An etlichen Schulen begann der richtige Unterricht gestern später als sonst.

09.07.2014
  • unserer Redaktion

Tübingen. Das nasskalte Wetter am Dienstagabend hat viele Fans vom Fußball-Schauen unter freiem Himmel abgehalten. An etlichen Orten wie beim Neckarmüller fiel die Übertragung im Freien ins Wasser, zum Public Viewing an den Anlagenpark kamen keine 200 Menschen, sagt Tübingens Ordnungsamtsleiter Rainer Kaltenmark. Entsprechend habe er auch nur die Hälfte der sonst üblichen acht Ordnungskräfte eingesetzt. Voll war es dagegen an überdachten Schau-Plätzen. 1000 Menschen seien am Schlachthof gewesen.

Nach dem Schlusspfiff war kein Halten mehr. Jubelnde Fans gingen in großen Gruppen auf der Wilhelm- und Mühlstraße und verstopften diese. Fröhliche Gesänge und Jubelrufe mischten sich mit vereinzelten dumpfen „Sieg“-Rufen. An der Eberhardsbrücke sammelten sich rund 1000 Glückstrunkene zum gemeinsamen Feiern, berichtet Kaltenmark. Alles sei friedlich verlaufen, nur zwei Rauchbomben und ein Bengalo hat die Stadt gezählt.

Gegen halb zwei Uhr leerte sich die Eberhardsbrücke, dann aber feierten manche noch „bis in die Morgenstunden“ in der Altstadt weiter, sagt Kaltenmark. Doch anders als nach anderen WM-Spielen habe es keine Beschwerden von Anwohnern gegeben. Die Erklärung des Amtsleiters: „Bei Deutschland-Spielen ist die Toleranz größer.“ Und auch er selbst hat großes Verständnis für Feiernde. Allerdings sollte der Überschwang nicht zu Blödsinn führen, mahnt Kaltenmark. Nach dem Sieg gegen Argentinien bei der vorigen WM seien einige in den Neckar gesprungen. Das sei wegen der geringen Tiefe gefährlich. Zur Sicherheit werden am Sonntagabend wieder sechs bis acht Ordnungskräfte aufpassen.

Im WM-Fieber waren auch viele kleine Fußball-Fans. „Selbst von unseren Erstklässlern“, stellte Petra Stolting, Rektorin der Tübinger Grundschule Innenstadt am Morgen danach fest, „haben etwa die Hälfte das Spiel geguckt.“ In den ersten Unterrichtsstunden gab es auch nur ein Thema: das Spiel. Die Kinder seien schlapp und aufgekratzt zugleich gewesen: „An einen geregelten Unterricht war nicht zu denken.“

An der Grundschule Innenstadt hatte man Eltern und Kindern schon vor dem Spiel signalisiert, dass die Schule „gemäß dem Ministerwunsch tolerant mit Verspätungen umgehen“ werde. Der Unterricht fand aber – auch mit Rücksicht auf berufstätige Eltern – zur gewohnten Zeit statt. So soll es auch am Montag laufen, dem Tag nach dem Finale.

Per Info-Dienst hat das Kultusministerium den Schulen ausdrücklich gestattet, den Unterricht um eine Stunde nach hinten zu verlegen. Manche Schulen wie etwa die Burghof-Schule in Ofterdingen werden deshalb am Montag die erste Stunde komplett ausfallen lassen. Andere bieten zwar Unterricht an, erlauben es ihren Schülern aber, erst zur großen Pause zu kommen. An der Grundschule am Hechinger Eck in Tübingen müssen die Schüler lediglich eine Entschuldigung mitbringen. Nachgeholt wird die entgangene Stunde nicht. Schulleiterin Gabriele von Kutzschenbach: „Die Kinder sind ja auch sonst mal krank.“ Allerdings gibt es auch Lehrer, die mit Fußball wenig im Sinn haben. So mussten die Schüler der Klasse 7c am Wildermuth-Gymnasium gestern Punkt 8 Uhr ihre Mathearbeit schreiben. WM hin, WM her.

  • Eine blutende Kopfverletzung hat in der Nacht zu gestern ein 23-jähriger Mann aus Kirchentellinsfurt bei einer Schlägerei in der Tübinger Schlachthausstraße davongetragen. Nach dem Public Viewing waren kurz vor Mitternacht vor dem „Africa“ mehrere Männer aneinandergeraten. Der Kirchentellinsfurter wurde von einem Unbekannten zu Boden geschlagen, fiel über den Bordstein und verletzte sich am Kopf. Als ihm ein Freund helfen wollte, wurde dieser von einem zweiten Täter mit Fäusten geschlagen, am Boden liegend getreten und ebenfalls leicht verletzt. Die Schläger sollen zwischen 20 und 30 Jahre alt und dunkel gekleidet gewesen sein, sie flüchteten über eine Feuergasse Richtung Wilhelmstraße. Der 23-Jährige wurde vom Rettungsdienst behandelt, wollte aber nicht in die Klinik, wie Andrea Kopp von der Polizei berichtet. Ihr liegen sonst keine Vorkommnisse von der Tübinger Fan-Meile vor.
  • >Große Sorgen bereitet ihr, dass immer wieder mitten unter den Fußballfans Böller gezündet werden: „Das ist sehr gefährlich“, warnt Kopp. Immer wieder würden Menschen verletzt.

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09.07.2014, 12:00 Uhr

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