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Sehnlicher Wunsch: Endlich wieder für Spaß sorgen

Nach den Affären der Funktionäre sollen die Spieler gegen Frankreich und die Niederlande das Bild zurechtrücken

Die DFB-Funktionäre haben die negativen Schlagzeilen geliefert. Jetzt sollen die Männer in den kurzen Hosen wieder für Spaß sorgen: mit guten Leistungen in den Länderspielen gegen Frankreich und Holland.

11.11.2015
  • GEROLD KNEHR

München Zahlreiche führende Funktionäre des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) haben in den letzten Tagen, Wochen und Monaten in der Affäre um die Vergabe der WM 2006 ein schlechtes Bild abgegeben. Nach den Affären der Männer mit den meist grauen Anzügen liegt es an den Männern in den kurzen Hosen, das Bild wieder zurecht- und den Sport in den Vordergrund zu rücken. In den Testspielen am Freitag (21 Uhr/ARD) bei EM-Gastgeber Frankreich und vier Tage später (20.45 Uhr/ZDF) in Hannover gegen die Niederlande soll endlich mal wieder der Spaß im Vordergrund stehen und die Vorfreude auf die Europameisterschaft 2016 mit einer weltmeister-würdigen Leistung geschürt werden.

"Wir sind immer das Glanzlicht, die Freude, die Identifikation der Fans. Das müssen wir mit beherzten Auftritten und guten Leistungen zeigen", forderte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff vor den nächsten Begegnungen.

Bundestrainer Joachim Löw und einige Spieler hatten bestürzt auf die Demission von Wolfgang Niersbach, der stets ein enger Begleiter der Mannschaft war, reagiert. Nun ist Bierhoff darum bemüht, dass sich diese Betroffenheit nicht auf das Geschehen auf dem Platz ausweitet. "Ich denke, dass das keine Belastung für die Mannschaft sein wird. Die Nationalmannschaft ist ein funktionierendes System. Es trifft uns selber in der Planung für die Spiele nicht", behauptet der Golden-Goal-Schütze des EM-Finales von 1996.

Das Europameisterschafts-Endspiel im nächsten Jahr wird am 10. Juli 2016 im Stade de France ausgetragen - an jenem Ort also, am dem das Löw-Team am Freitag spielen wird. So gesehen ist der Test gegen Frankreich eine willkommene Generalprobe für ein mögliches Endspiel in einem Jahr. Und sollte die Mannschaft daran hindern, die Begegnung wie so oft bei sogenannten "Freundschaftsspielen" mit einer allzu lockeren Einstellung anzugehen.

Joachim Löws Aufgabe nach der holprigen EM-Qualifikation ist es nun, den Spagat zwischen Einspielen für den Ernstfall und personellen Experimenten zu schaffen. "Wir wollen uns natürlich in Frankreich gut verkaufen und versuchen, ein gutes Ergebnis zu machen", sagte der Bundestrainer. Aber er will auch - wenn nicht jetzt, wann dann? - versuchen, Neues und auch Altbekanntes auszuprobieren. "Dazu bin ich in der Pflicht", sagt Löw mit Blick auf den erst 19 Jahre alten Schalker Senkrechtstarter Leroy Sané, der erstmals bei der DFB-Auswahl dabei ist und zumindest eine Bewährungschance bekommen wird.

Daneben werden zwei 30-Jährige im Blickpunkt stehen, für die viel auf dem Spiel steht: Für Rückkehrer Mario Gomez und den 126-maligen Nationalspieler Lukas Podolski sind die beiden Tests Chance und Risiko zugleich. Die beiden "Türken" haben die Möglichkeit, sich mit guten Leistungen für den EM-Kader aufzudrängen - oder sich bei schwachen Auftritten vorzeitig um ihre EM-Chance zu bringen. Insbesondere Gomez ist gefordert. Er weiß, dass Löw im Grunde genommen einen "spielenden Mittelstürmer" wie Mario Götze oder Thomas Müller bevorzugt. Doch in den letzten Länderspielen in Irland (0:1) und gegen Georgien (2:1) war die Chancenverwertung mangelhaft. Das hat die Rückkehr von Mario Gomez, der bei seinem neuen Verein Besiktas Istanbul einen guten Lauf hat, beschleunigt. Doch der Schwabe (60 Länderspiele, 25 Treffer) weiß, dass sein einziges Argument Tore sind. Die muss er 14 Monate nach seinem letzten Länderspiel erzielen, um gute Karten zu haben. Aber auch Podolski, der bei der Nationalmannschaft nie weg war, muss liefern, um eine Chance für sein wohl letztes großes Turnier zu wahren.

Nach den Affären der Funktionäre sollen die Spieler gegen Frankreich und die Niederlande das Bild
Das U-21-Nationaltrikot hat Leroy Sané schon getragen. Nun steht der Schalker vor seinem Debüt bei Joachim Löws Mannschaft. Foto: dpa

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11.11.2015, 12:00 Uhr

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