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Melancholischer Ton in knisternder Stille: der Auftaktfilm „O que arde“. Bild: Cine Español.




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04.12.2019

Von Madeleine Wegner

Den Jahresreigen der Tübinger Filmfestivals beschließt das Festival de Cine Español. Von Mittwoch, 4. Dezember, bis Mittwoch, 11. Dezember, sind 15 Langfilme und mindestens ebenso viele Kurzfilme aus der spanischsprachigen Welt im Kino Arsenal zu sehen.

Eine aus den Fugen geratene Natur zeigt der galizische Regisseur Oliver Laxe in seinem Film „O que arde“ („Fire will Come“), der am Mittwochabend das spanische Filmfestival eröffnet. In beeindruckenden Bildern von Wald und Feuer steuert dieser knisternd stille Film mit melancholischem Ton der Katastrophe entgegen. „O que arde“ wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Jurypreis in Cannes.

Laxe ist einer der wichtigsten Vertreter des Novo Cinema Galego, also des neuen galizischen Kinos, das in diesem Jahr den Festival-Schwerpunkt bildet. Darunter ist auch ein filmisches Gedicht über die Franco-Diktatur von Eloy Enciso („Longa Noite“), das kraftvoll und atmosphärisch gegen das Vergessen aufbegehren will.

Zwei Gäste begrüßt das Festival am Wochenende in Tübingen. Die galizische Regisseurin Jaione Camborda stellt ihren ersten Spielfilm „Arima“ vor (Sonntag, 8. Dezember, 19.30 Uhr, Arsenal). Changierend zwischen Realität und Phantasie erzählt sie darin eine Geschichte von vier Frauen und einem Mädchen, dessen Existenz durch die plötzliche Ankunft von zwei fremden Männern gestört wird.

Regisseur Samuel Alarcón bringt seinen zweiten Film mit nach Tübingen. „Oscuro y lucientes“ (Samstag, 7. Dezember, 18 Uhr, Arsenal) ist ein Doku-Thriller um die sonderbare Geschichte über den Verbleib von Francisco Goyas Schädel, die zugleich als Metapher für Spaniens Anomalie im Umgang mit der eigenen Vergangenheit gelesen werden kann.

Vielfältig zeigt sich das spanische Kino auch in weiteren neuen Filmen. Ob im Debütfilm „Ojos Negros“, der von einem wunderbar langen Sommer an der Grenze zwischen Kindsein und Erwachsenwerden erzählt, in der stillen Komödie „Casi 40“, die zugleich ein Roadmovie und voller Ironie über das Älterwerden ist, oder auch im Portrait „Peret, yo soy la rumba“ über den „König der Rumba“, dessen Lied es in Deutschland auf den ersten Hitparaden-Platz schaffte.

Weit über die Landesgrenzen hinaus schaut das Tübinger Festival mit Beiträgen aus dem lateinamerikanischen Kino, in diesem Jahr schwerpunktmäßig aus Peru. Außerdem greift das Cine Español unter der Leitung von Alba Fominaya das während der aktuellen ChocolART besonders naheliegende Thema Schokolade auf. Der Dokumentarfilm „Setting The Bar: A Craft Chocolate Origin Story“ begleitet eine Gruppe engagierter Schokoladenhersteller aus den USA in entlegenste Gebiete des peruanischen Regenwaldes. Dabei enthüllt sich eine neue Art des Schokoladenhandels, der sozial und ökologisch nachhaltig ist.

Für jeden Geschmack dürften die drei Programme mit Kurzfilmen aus Spanien und Kolumbien etwas bieten mit ihrer Auswahl aus bunt gemischten Film-Häppchen von der Komödie über Animation bis zum Porträt. Das Cine Español eröffnet am Mittwochabend, 4. Dezember, , 20 Uhr, im Kino Arsenal mit „O que arde“ (englische Untertitel).

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Erstellt:
4. Dezember 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
4. Dezember 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 4. Dezember 2019, 01:00 Uhr

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