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US-Popstar Miley Cyrus macht sich für Homosexuelle stark – und provoziert dafür mal wieder

Nackte Brüste für einen guten Zweck

Als Reaktion auf das Attentat von Orlando engagiert US-Sängerin Miley Cyrus sich für muslimische Homosexuelle. Dafür setzt sie auch auf nackte Haut.

02.07.2016
  • SEBASTIAN MOLL

New York. Die Wunde, die das Attentat von Orlando am 12. Juni in die nationale Seele der USA gerissen hat, ist noch lange nicht geheilt. Gay-Pride-Paraden im ganzen Land an den beiden vergangenen Wochenenden waren Großkundgebungen gesellschaftlicher Solidarität. Noch nie waren sie so gut besucht.

Schon früh dabei war Miley Cyrus, um tröstende Worte und Taten zu spenden. Eine knappe Woche nach dem Blutbad im Nachtklub „Pulse“ verkündete die Sängerin eine Initiative, um muslimische Homosexuelle in Amerika zu unterstützen.

Gänzlich überraschend war der Einsatz des Popstars für die Rechte der LGBT-Gemeinde (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle) freilich nicht. Bereits vor einem Jahr hatte Cyrus die „Happy Hippo“-Stiftung gegründet, die sich um obdachlose homo- und transsexuelle Jugendliche kümmert. Um die Stiftung zu finanzieren, hat Cyrus mit anderen Pop-Größen im Hinterhof ihres Studios in Nashville eine Reihe von Liedern zu Integration und Toleranz aufgenommen.

Bei all diesen Aktivitäten zeigt Cyrus eine neue Seite von sich. Verschwunden ist die tabubrechende, hypersexuelle Spätpubertierende, ersetzt durch den sozial engagierten, politisch aktiven Star, der seine Prominenz für gute Zwecke einsetzt.

Dass sie diesen Weg einschlagen möchte, hatte Cyrus schon bei der Gründung ihrer Stiftung in Interviews verkündet. „Wenn alle Augen auf Dich gerichtet sind, denkst Du irgendwann einmal darüber nach, was Du eigentlich sagen willst. Und wenn so viele Leute hinschauen, weil ich meine Titten raushole, dann werde ich den Moment dazu nutzen, ihnen meine Sache unterzujubeln“.

Die Sache der Schwulenrechte liegt Cyrus seit langer Zeit am Herzen. Schon 2012 ließ sie sich das Motto „All Love Is Equal“ (Alle Liebe ist gleich) auf die Wade tätowieren. 2014 gab sie dem Schwulenmagazin „Out“ ein Interview über ihre eigene Sexualität. Schon mit 14 Jahren, berichtete sie dort, habe sie ihrer Mutter ihr sexuelles Interesse an Frauen gestanden. Und mit der Festlegung auf eine bestimmte Geschlechtsrolle habe sie sich ebenfalls nie wirklich wohl gefühlt. „Ich wollte nie ein Junge sein, ich wollte aber auch kein Mädchen sein. Ich wollte einfach nicht von irgendjemandem auf irgendetwas festgelegt werden.“

Das ist natürlich auch an den ständig wechselnden Bühnenrollen zu erkennen, die Cyrus ausprobiert, seit sie nicht mehr der pausbackige Kinderstar der Disney-Serie „Hannah Montana“ ist. Eine Konstante war dabei jedoch in ihren vielfältigen, immer hochgradig sexualisierten Metamorphosen zu erkennen: „Ihre Sexualität, in Verbindung mit ihrem knabenhaften, athletischen Körper“, schreibt der Modekritiker der „New York Times“, Guy Trebay, „macht sie zum natürlichen Avatar der Post-Gender Generation“.

Die Rolle als Galionsfigur einer Generation, für die konventionelle Kategorien von Geschlechterrollen und Sexualität bedeutungslos ist, nimmt Cyrus offenbar zunehmend an. Ihre Kern-Botschaft: „Sei Dir selbst treu, lass' Dich von niemandem daran hindern.“ Oder, wie das Magazin „New Yorker“ schrieb: „Sie ist der kosmische Underdog: eine beschwingte Spitzbübin, die glückselig durch Los Angeles taumelt, lebt und leben lässt, auf Gerechtigkeit beharrt, sowie auf vollkommene, rückhaltlose Aufrichtigkeit.“

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02.07.2016, 06:00 Uhr

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