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Wilde, unverfälschte Natur

Naturkundemuseum zeigt 100 Finalbilder des „Wildlife Photographer of the Year“

Doppeltes Jubiläum: Zum 50. Mal wurde 2014 der „Wildlife Photographer of the Year“ ausgezeichne und die 100 Final-Bildern des renommiertesten Fotowettbewerbs der Welt sind zum zehnten Mal im Reutlinger Naturkundemuseum zu sehen. Die Ausstellung hat sich längst als Besucher-Magnet bewährt.

11.11.2015
  • Maik Wilke

Reutlingen. 42.000 Einsendungen in 19 Kategorien von Fotografen aus 96 Ländern: Der „Wildlife Photographer of the Year“ sei der Oscar der Naturfotoszene, erklärt Naturkundemuseumsleiterin Barbara Karwatzky den hohen Stellenwert der Ausstellung. „Es ist der mit Abstand größte und auch prestigeträchtigste Fotowettbewerb der Welt. Die 100 besten Bilder werden auf allen Kontinenten ausgestellt.“ Aber eben nur an ganz wenigen Stationen: Neben dem Naturkundemuseum in Reutlingen sind die Finalbilder lediglich in drei weiteren deutschen Städten, in Heilbronn, Bollewick (Mecklenburg-Vorpommern) und Münster, zu bewundern.

Die Fotografien sind beeindruckend: Ein Schwarm Halsbandsittiche fliegt über einen Londoner Friedhof, ihr giftgrünes Gefieder erhellt die Grabsteine. In der Dämmerung schleicht ein Puma den Mount Lee in Los Angeles hinab, im Hintergrund leuchtet das berühmte Hollywood-Sign. Aasgeier sättigen sich an einer toten Meeresschildkröte, deren fleischloser Schädel im Sand an der Küste Costa Ricas liegt. Das Naturkundemuseum schätze sich glücklich, bereits zum zehnten Mal diese prämierten Naturbilder ihren Besuchern präsentieren zu können. „Bei den Anfängen vor zehn Jahren hatten wir gute Kontakte zum Tourenmanagement und wurden deshalb in die Reihe aufgenommen“, berichtet Karwatzky. Dennoch müsse sich das Museum jährlich neu um die Ausstellung bewerben. Die Mühe lohnt sich: Etwa 18.000 Besucher zählte das Naturkundemuseum bei der Wildlife-Ausstellung 2014. Auch in diesem Jahr rechnet Karwatzky mit knapp 2000 Besuchern pro Woche. „Die Resonanz ist gigantisch. Das ist toll für das Museum und für die Stadt Reutlingen, wenn Besucher von weit her anreisen.“

1965 hatte das englische Magazin „Animals“ den Fotowettbewerb zum ersten Mal ausgeschrieben. Damals in drei Kategorien – 600 Bilder wurden eingesandt. „Farbfotografie wurde gerade erschwinglich, und in der Gesellschaft entstand ein Bewusstsein für Umweltschutz“, sagt Karwatzky. Mittlerweile hat sich das Magazin zu „BBC Wildlife Magazine“ umbenannt und verleiht den Preis seit 1984 gemeinsam mit dem National History Museum London.

Um das hohe Prestige aufrecht zu erhalten, gelten strenge Kriterien. Die Grundbedingung: Die Aufnahmen müssen ausnahmslos in der freien Natur geschossen sein, unter „wilden Bedingungen“. Dies untersagt jegliche Manipulation der Natur – nichts darf gestellt sein. Dies zu prüfen ist auch für die achtköpfige Jury schwer, vor fünf Jahren wurde ein gestelltes Bild zunächst als Siegerfoto prämiert. Auf dem Foto sprang ein Wolf in der Nacht über einen Lattenzaun, ein für das Tier äußerst ungewöhnliches Verhalten. „Wolf-Experten hatten das Tier aber erkannt und wussten, dass der Wolf dressiert war“, berichtet Karwatzky. Auch nachträglich dürfen die Fotografien nicht am Computer verändert werden. „Die Besucher sollen unverfälschte Natur sehen können.“

Dafür müssen die Fotografen manchmal ihren ganzen Mut zusammennehmen. Das Siegerfoto „Das letzte große Bild“ vom US-Amerikaner Michael „Nick“ Nichols, immerhin mit 10.000 Pfund honoriert, zeigt ein Löwenrudel, das entspannt auf einer flachen Felsformation ihr Sonnenbad genießt. „Dem Fotografen ist gelungen, eine archaische Landschaft einzufangen“ lobt Karwatzky. Hinter der Aufnahme steckt viel Mühe und Geduld: Über ein halbes Jahr begleitete Nichols das Rudel, bis sich die Löwen an ihn gewöhnten und der Fotograf ihr Vertrauen gewonnnen hatte.

Info Die Ausstellung „Wildlife Photographer of the Year“ kann vom 13. November bis 17. Januar 2016 zu den regulären Öffnungszeiten des Naturkundemuseum besichtigt werden.

Naturkundemuseum zeigt 100 Finalbilder des „Wildlife Photographer of the Year“
Mit dem Foto „Mystische Unterwelt“ wurde Christian Vizl aus Mexiko Sieger in der Kategorie Pflanzen und Pilze.Bild: Vizl/Wildlife Photographer of the Year

Naturkundemuseum zeigt 100 Finalbilder des „Wildlife Photographer of the Year“
Auf der Jagd nach Reptilien durchquert die Riesenkrabbenspinne die Dünen der Rimal Al Wahiba im Oman. Fotograf Aznar González de Rueda zeigt den Lebensraum der Achtbeiner.Bild: González de Rueda/Wildlife Photographer of the Year

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11.11.2015, 12:00 Uhr

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