Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Frierende Winzlinge und schwanzwedelnde Giraffen

Naturkundemuseum zeigt die 100 besten Naturfotos

Dem Naturkundemuseum ist es zum siebten Mal gelungen, die Sonderausstellung „Wildlife Photographer of the Year“ nach Reutlingen zu holen. Gezeigt werden die 100 besten Naturfotos des Jahres 2011.

15.11.2012
  • Uschi Kurz

Reutlingen. Für Barbara Karwatzki, die Leiterin des Naturkundemuseums, ist die renommierte Naturfoto-Ausstellung längst zum Selbstläufer geworden: „Die Bilder begeistern Menschen weltweit, auch in Reutlingen.“ Im vergangenen Jahr kamen 17 000 Besucher/innen um die prämierten faszinierenden Tier- und Landschaftsaufnahmen zu bestaunen. Zum Vergleich: 2004 als die Schau zum ersten Mal in Reutlingen gezeigt wurde, waren es noch weniger als die Hälfte.

Der renommierte Wettbewerb hat ehrgeizige Vorgaben, erläutert Karwatzki. Er ist nicht nur das weltbeste Forum für ambitionierte Naturfotografen, er will zu innovativen Leistungen aufrufen und letztlich die Naturfotografie als eigenständige Kunstform etablieren. Obwohl jeder mitmachen darf, sind die Anforderungen groß. Die Aufnahme muss in freier Natur gemacht werden und darf in keinster Weise manipuliert sein. Der Wettbewerb ist in 16 Kategorien eingeteilt – dem Nachwuchs sind eigene Sparten vorbehalten. Für den jüngsten Wettbewerb gingen insgesamt 41 000 Einsendungen aus 95 Ländern ein. Besucher, die die Sonderausstellung in den vergangenen Jahren gesehen haben, werden feststellen, dass die Schau ein neues Design bekommen hat. Die Bilder haben keine Rahmen mehr, auch die Beschriftung ist anders, sodass die Fotografien etwas kleiner wirken, was aber tatsächlich nicht der Fall ist. Das Format ist dasselbe geblieben.

Wie immer wird das Werk des Naturfotografen des Jahres 2011 gleich zu Beginn des Rundgangs gezeigt. Dieses Mal ist es die Arbeit des spanischen Fotografen Daniel Beltrá für die Aufnahme einer Gruppe Braunpelikane, die 2010 bei der Ölkatastrophe der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ mit Schweröl verseucht wurden. Dicht gedrängt sitzen die verschmierten Tiere in einem Verschlag und warten auf Hilfe. Ebenfalls prämiert wurde von Beltrá eine sechsteilige Fotoserie, die bei der Ölkatastrophe entstand. Sie zeigt aus der Vogelperspektive die vergeblichen Löschversuche. „Diese Bilder sind eigentlich schaurig schön“, beschreibt Karwatzki die eigentümliche Faszination, die von den streng komponierten Aufnahmen ausgeht.

Bence Maté, der Preisträger in der Kategorie des Eric-Hosking-Preises (ein Sonderpreis für 18 bis 26-jährige Fotografen) ist trotz seiner Jugend bereits einer der Besten. 2010 wurde er mit seinem Foto von Blattschneider-Ameisen Naturfotograf des Jahres, jetzt hat er Pelikanen in den Schlund fotografiert.

Auch wenn exotische Tiere einen besonderen Reiz haben, so sind doch Aufnahmen, die in heimischen Gefilden entstanden, darum nicht weniger spektakulär. Dem deutschen Fotografen Klaus Echle beispielsweise ist es gelungen, sich im Schwarzwald mit einer Füchsin anzufreunden. So entstanden Nah-Aufnahmen in mehrfacher Hinsicht. Zwei seiner Bilder wurden prämiert. „Zu schön um wahr zu sein“, findet Karwatzki manche der technisch brillanten Fotografien, die in der Kategorie „Tierportraits“ ausgezeichnet wurden. Beispielsweise das Bild, das der italienische Fotograf Marco Colombo an einem Gebirgsbach in der Lombardei von einer Schlange aufgenommen hat. Es heißt genau so wie es auf den Betrachter wirkt: „Paradiesisch“.

Um an ihre Motive zu gelangen, nehmen die Fotografen manche Unannehmlichkeiten und bisweilen auch Gefahren auf sich. Manchmal kommt aber auch der Zufall zur Hilfe: Als der Ire Peter Delaway Elefanten fotografieren wollte, vergaß er seine anderen Objektive und hatte nur das Makro dabei. Delaway machte aus der Not eine Tugend und fotografierte lediglich den Elefantenfuß: „Auf großen Fuß“ heißt sein Siegerbild in der Kategorie Schwarz-Weiß-Fotografie. Der Neuseeländer David Lloyd hingegen entschied sich ganz bewusst für eine Detail-Aufnahme: Seine prämierte Aufnahme zeigt das „Schwanzwedeln“ einer Giraffe und ziert auch das Plakat für die Sonderausstellung.

Naturkundemuseum zeigt die 100 besten Naturfotos
„Frierender Winzling“ nannte Cyril Ruoso sein Goldstumpfnasenäffchen-Porträt.

Der Wildlife Photographer of the Year ist der weltweit renommierteste Wettbewerb für Naturfotografie. Er wird jährlich gemeinsam vom Natural History Museum London und BBC Wildlife Magazine ausgeschrieben. Fotografen aus 95 Ländern wetteiferten 2011 mit nahezu 41 000 Motiven um die begehrten Preise in 16 verschiedenen Kategorien. Im Anschluss an die Preisvergabe in London werden die prämierten Bilder auf der ganzen Welt gezeigt. Im Reutlinger Naturkundemuseum ist die Schau bis zum 13. Januar zu sehen und zwar dienstags bis samstags 11 bis 17 Uhr, donnerstags 11 bis 19 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr. Heiligabend und Silvester ist geschlossen.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

15.11.2012, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball