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„Man muss wohl ein bisschen verrückt sein“

Neckar-Schwimmen bis Heidelberg – mit Wasserstart in Sulz und Zwischenstopp in Horb

Wie kommt man dazu, rund 300 Kilometer den Neckar hinab zu schwimmen: „Man muss wohl ein bisschen verrückt sein“, sagt der Ludwigsburger Martin Tschepe, der mit seinem Kumpel Volker Heyn am Samstag zu diesem großen Abenteuer gestartet ist.

15.06.2015
  • Uli Bernhard Willy Bernhardt

Sulz/Horb. Die erste Wasser-Etappe des Duos startete am Samstag in Sulz, bis dahin war das Duo geradelt – weil der Bereich zwischen der Quelle und Sulz nicht oder nur teilweise zum schwimmen taugt.. In Sulz freute sich ein sportbegeisterter Bürgermeister Gerd Hieber beim Empfang in Rathaus über die Aktion, bei der das Gute mit dem Nützlichen verbunden werde. Das Duo möchte auf der zehntägigen Tour Geld sammeln, um Schwimmkurse für Menschen mit Behinderung anbieten zu können.

Verrückt? Bürgermeister Gerd Hieber nahm den Steilpass gerne auf und begrüßte im Rathaus „zwei verrückte Typen“, ergänzte natürlich, dass das alles ganz positiv gemeint sei und die Stadt Sulz das Projekt gerne auch unterstütze. Hieber, selbst auch begeisterter Schwimmer, der kurz vor dem Empfang noch seine obligatorischen Runden im Sulzer Solebad („das einzige Sole-Freibad weit und breit“) drehte, war vor allem fasziniert von der weiten Strecke, die die Jungs, startend von Schwenningen bis nach Heidelberg zurücklegen wollen.

Tschepe und Heyn sagten, dass auch sie großen Respekt vor der Strecke hätten und selbst auch noch nie derart weite Strecken geschwommen sind. „30 Kilometer am Stück hab ich schon mal gemacht“, erzählt Martin Tschepe. Sein Kumpel Volker Heyn hat als persönlichen Langstreckenrekord gerade mal die Hälfte auf dem Buckel – auch viel, aber im Vergleich zu dem am Samstag gestarteten Projekt immer noch ein Klacks.

„Egal. Wir sind ganz zuversichtlich“, sagen die beiden kurz und knapp. Sie hätten, erklären sie, auch keinen Plan B in der Tasche, falls das Wetter mal nicht mitspielen würde und/oder der Neckar gegebenenfalls gar nicht beschwimmbar wäre. „Es wird schon alles klappen“.

Tag eins hat schon mal hervorragend geklappt. Rad der Radfahrt von Schwenningen bis zum Wasserstart in Sulz meinten Martin Tschepe beim Plausch und kurzer Nahrungsaufnahme im Sulzer Rathaus: „Zum Warmmachen war das ganz gut.“ Auch die anschließende, erste Schwimmetappe von Sulz nach Horb stellte sie beiden, wie sich herausstellte, vor keine allzu große Herausforderung. 17 Kilometer lang war diese Strecke. „Auch eher was zum einschwimmen“ sagte Heyn mit einem Lächeln auf den Lippen.

Vor dem Start kurz noch ein Interview mit einer Redakteurin vom Radio, dann ging’s an der Waldhornbrücke in Sulz erstmals ins Wasser. Rund zwei Dutzend Schaulustige waren vor Ort, um die Jungs beim Start zu sehen und sie mit großem Applaus auf die Reise zu schicken. Einige begleiteten die Beiden zu Fuß noch ein Weile, andere wiederum fuhren parallel den Radweg entlang ein Stück weit abwärts mit dem Schwimmduo.

Weil der Neckar an einigen Stellen so niedrigen Wasserstand hat, dass Schwimmen nicht möglich ist, sind Martin Tschepe und Volker Heyn mit Laufschuhen ausgestattet geschwommen, um die entsprechenden Passagen im Bedarfsfall halt per Fuß zurückzulegen.

Erste Zwischenbilanz: „Schön war‘s“

Das erste Zwischenfazit fiel – trotz der einen oder anderen kleinen Herausforderung auf der Strecke – positiv aus: „Schön war’s. Teilweise recht turbulent und manchmal nur knöcheltiefes Wasser. Das war mitunter Bodyrafting light“, sagte Tschepe bei der Ankunft in Horb. „Mitunter sind wir mit geschätzt acht Kilometern in der Stunde durch die Täler geschossen. Manchmal mussten wir waten oder beim Schwimmen höllisch aufpassen, denn der Fluss ist teilweise nur wenige Zentimeter tief.“ Die Temperatur des Neckarwassers schätzte Tschepe auf etwa 16 bis 18 Grad, aber meistens habe die Sonne die beiden ein bisschen gewärmt. „Der dunkle Neoprenanzug wirkt wie ein Sonnenmagnet. Nach ein paar umwanderten Wehren und einigen Treffen mit Kanufahrern sind wir aber gut in Horb angekommen“, schreibt Tschepe auf seiner täglich aktualisierten Internetseite.

„Es ist ein bisschen wie Abenteuerurlaub“, stellt Martin Tschepe fest, der, wenn er nicht gerade den Neckar herunter schwimmt, als ehrbarer Redakteur bei der „Stuttgarter Zeitung“ seinem Broterwerb nachgeht. Zusammen mit seinem Freund Volker Heyn, einem Architekten aus dem Großraum Ludwigsburg kamen sie am Samstag nach gut vier Stunden und knapp 20 geschwommenen und gewateten Kilometern von Sulz aus im Alten Freibad in Horb an. Trotz der mitunter nur geringen Wassertiefe habe es auch seine Vorteile, im Bereich des Oberen Neckars zu schwimmen: „Hier sieht man noch einwandfrei auf den Grund, was im weiteren Verlauf bis Mannheim wohl nicht mehr oft der Fall sein dürfte.“ Zwar habe es so manchen blauen Flecken gegeben, doch dies steckt man dann auch gerne weg, schließlich dient die rund fast Kilometer Neckar-Tour auch einem guten Zweck.

In Horb war zwar kein offizieller Empfang geplant, aber dafür wartete im „Schiff“ ein schwäbischer Rostbraten auf das Duo. Dort wurde auch übernachtet, ehe es gestern gegen 9 Uhr schon wieder auf die nächste Etappen ging. Schwimmend – 37 Kilometer von Horb nach Tübingen. Heute geht es von Tübingen aus weiter nach Neckarhausen.

Info Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bahn9.de und auf Facebook unter „Bahn9“.

Neckar-Schwimmen bis Heidelberg – mit Wasserstart in Sulz und Zwischenstopp in Horb
Beim kurzen Empfang mit Imbiss im Sulzer Rathaus wurden Martin Tschepe (hinten, Mitte) und Volker Heyn (hinten, zweiter von links) nicht nur vom sportbegeisterten Sulzer Bürgermeister Gerd Hieber (hinten links) begrüßt. Bild: ube

Neckar-Schwimmen bis Heidelberg – mit Wasserstart in Sulz und Zwischenstopp in Horb
Kurz vor dem Start gab Volker Heyn in Sulz am Neckarufer noch ein Interview fürs Radio. Dann erfolgte der Start auf die 300 Neckar-Kilometer.Bild: ube

15. Juni: Tübingen-Neckarhausen
16. Juni: Neckarhausen-Esslingen
17. Juni: Esslingen-Remseck
18. Juni: Remseck-Ludwigsburg
19. Juni: Ludwigsburg-Kirchheim
20. Juni: Kirchheim-Neckarsulm
21. Juni: Neckarsulm-Zwingenberg
22. Juni: Zwingenberg-Hirschhorn
23. Juni: Hirschhorn-Heidelberg
24. Juni: Heidelberg-Mannheim

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15.06.2015, 12:00 Uhr

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