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Hipp und Strassenburg beantragt Insolvenz / Verwalter bemüht sich um 14 Beschäftigte / Staatsanwaltschaft ermittelt

Nehrener Abbruch-Spezialist in Schieflage

Ein Großkunde, der nicht zahlt: Das ist zumindest ein Grund für den aktuellen Insolvenzantrag der Nehrener Baufirma Hipp und Strassenburg.

18.12.2014
  • Eike Freese

Nehren. Die Nehrener Baufirma Hipp und Strassenburg hat beim Amtsgericht Tübingen die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt. Mit Beschluss von dieser Woche wurde der Tübinger Rechtsanwalt Gerhard Walter zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Der Betrieb mit 14 Beschäftigten soll vorerst weitergeführt werden, die Angestellten bekommen für die kommenden Wochen Insolvenzgeld von der Arbeitsagentur.

Mit den genauen Gründen der drohenden Pleite will sich die Kanzlei in den kommenden Tagen intensiv auseinandersetzen. Fest steht nach Auskunft von Gerhard Walter zumindest ein Grund für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten: Ein zahlungsunfähiger oder -williger Großkunde, der den Nehrenern einen Betrag in Höhe von „mehreren hunderttausend Euro“ schulde, so der Insolvenzverwalter. „Solche Fälle sind gerade in der Baubranche leider nichts Ungewöhnliches“, so Walter. Selbst wenn die Auftragsbücher an sich gut gefüllt seien, sei ein Unternehmen vor solchen Unwägbarkeiten nicht gefeit. Und: Mehrere Hunderttausend Euro seien beim Umsatzstand des Nehrener Unternehmens durchaus eine nennenswerte Größe.

Insolvenzverwalter zeigt sich zuversichtlich

Ob die ungezahlten Forderungen des Auftraggebers die einzigen Gründe für die wirtschaftliche Schieflage sind, muss der Insolvenzverwalter in den kommenden Tagen erst prüfen. „Es muss sich zeigen, ob es nicht auch strukturelle Gründe gibt“, so Walter. Der Anwalt zeigte sich gestern dem TAGBLATT gegenüber aber vorsichtig zuversichtlich, „zumindest Teile des Betriebs erhalten zu können“. Ende Januar, schätzt Walter, könnte er der Öffentlichkeit Genaueres über den Zustand des Unternehmens mitteilen. Am heutigen Freitag wird der Insolvenzverwalter zunächst die Belegschaft der Baufirma in einer eigens einberufenen Betriebsversammlung über das weitere Vorgehen informieren. An der Nehrener Daimlerstraße sind derzeit elf Leute in Vollzeit, drei weitere in Teilzeit beschäftigt.

Zu allem Überfluss ermittelt seit kurzem auch die Staatsanwaltschaft Tübingen gegen die Firma. Der Grund, so Staatsanwalt Ronny Stengel, sei ein möglicher unerlaubter Umgang mit Abfall. Genaueres zu den laufenden Ermittlungen möchte die Behörde erst Ende Januar veröffentlichen.

Hipp und Strassenburg ist in der Region eine durchaus geläufige Baufirma. Der Betrieb ist vor allem für Abbruchs-Arbeiten bekannt, unternimmt aber unter anderem auch Sanierungen, Schutt-Recy cling, Sprengungen und Erd-Aushub. Für den Abbruch etwa von mittelgroßen Einzelbauten, aber auch Großkomplexen war und ist Hipp und Strassenburg im gesamten südwestdeutschen Raum unterwegs.

Nehrener Abbruch-Spezialist in Schieflage
Die in den vergangenen Jahren gut beauftragte Nehrener Baufirma Hipp und Strassenburg steckt in – zumindest teilweise nicht selbst verschuldeten – wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Juristische Querelen kommen derzeit dazu. Bild: Rippmann

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18.12.2014, 12:00 Uhr

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