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Robuste Familienhunde

Nellingsheimer Familie züchtet Airedale Terrier

Sie heißen Eliza Doolittle, Greta Garbo oder Francis Drake. Was sich liest wie ein Lexikon berühmter Persönlichkeiten ist ein Stammbaum – der Stammbaum der Airedale Terrier „von der Weiler Burg“. Den Stammsitz haben sie in Nellingsheim.

08.09.2010
  • Birgit Reinke

Nellingsheim. 64 Welpen haben die beiden Züchterfamilien Mauch aus Nellingsheim schon an Airedale-Terrier-Fans in Deutschland und ins benachbarte Ausland vermittelt. „Airedales sind vom Aussehen her eher Geschmackssache“, sagt Sabrina Mauch, 30; „dem einen gefallen sie auf Anhieb, andere verlieben sich erst in ihren tollen Charakter.“ Mauch ist über ihren Mann Philip, 33, auf den Airedale gekommen. Und der wiederum hat seine Liebe zu dieser weniger verbreiteten Terrier-Rasse von seinen Eltern geerbt.

Gabi Mauch, 56, züchtet seit 1982 Airedale Terrier. „Einmal Aire dale, immer Airedale“, zitiert Sabrina Mauch ihre Schwiegermutter. Sie gibt zu: „Als wir den ersten Airedale bekamen, fand ich den optisch nicht gerade ansprechend. Aber heute ist es natürlich der schönste Hund der Welt!“

Airedale Terrier mit schwarz-braunem, leicht drahtigem kurzem Fell, die ausgewachsen zwischen 25 und 30 Kilo wiegen und einem Erwachsenen bis knapp an den Oberschenkel reichen, gehören neben Schäferhund und Rottweiler zu den wichtigsten Gebrauchshunderassen. Das liege an ihren besonders guten Charaktereigenschaften, erzählt Sabrina Mauch: „Der Airedale ist ein ganz robuster Familienhund, sehr kinderlieb und anhänglich.“ Weil er zudem ausge-sprochen gelehrig und nervenstark sei, werde er häufig als Polizei- oder Blindenhund ausgebildet.

Seinen Namen verdankt er dem Fluss Aire in der Grafschaft Yorkshire. Dort im Tal (englisch „dale“) wurde dieser Hund zum ersten Mal gezüchtet und vor allem bei der Ottern-, Wasserratten-, und Fasa-nenjagd eingesetzt. Seinen Jagdtrieb nutzt man auch heute noch vereinzelt bei der Jagd, besonders bei der Fährtenarbeit.

„Ein Airedale ist ein aufmerksamer Wachhund und passt hervorragend auf seine Familie auf“, sagt Sabrina Mauch. Allerdings dürfe man ihn nicht in einen Zwinger sperren, dort würde er seelisch verkümmern. „Unsere Airedales sind absolut menschenbezogen, sie apportieren und arbeiten gerne, sind sportlich und ausdauernd, deshalb auch geeignet für alle Bereiche des Hundesports.“

1100 Euro kostet ein Airedale-Welpe aus dem Hause „von der Weiler Burg“ samt Leine, Halsband, Anfangsfutter und Welpenbuch, Rasse-Papiere und Stammbaum. Die Mauchs legen Wert auf eine gute Prägung während der erst neun Lebenswochen, die die Babys noch bei ihrer Mutter verbringen. „Unsere Hunde lernen die Bodenbeschaffenheiten kennen, viele unterschiedliche Geräusche, wir nehmen sie mit nach draußen in Wald und Wiese, lassen sie über Wurzeln und durch Tunnels klettern, zeigen ihnen einen Bach, lassen sie auch mal im Auto mitfahren und schicken sie ins Bällebad“, berichtet Sabrina Mauch.

Ziel dieser Welpen-Schule sei, die Hunde vorzubereiten auf ihr Leben in der neuen Familie. Die nehme oft weite Anfahrt und lange Wartezeit in Kauf, sagen die Züchterinnen. Neben den Nellingsheimern gebe es in Baden-Württemberg lediglich acht oder neun Airedale-Züchter.

Familie Mauch hat meist schon einige Vorbestellungen, bevor die Hündin überhaupt gedeckt wird. Eine Hündin wirft zwischen sechs und zehn Welpen. Nach dem Verkauf stehen die Züchterinnen „ein Hundeleben lang“ den Käufern beratend zur Seite, nehmen die Hunde im Notfall wieder zurück.

Eliza Doolittle, Rufname Mia, ist jetzt fünf Jahre alt und könnte 2011 ihren dritten Wurf hervorbringen. Mauchs sehen sich die Welpen-Käufer genau an und lehnen auch schon mal ab. „Die Familie muss einfach passen, als neuer Besitzer sollte man körperlich fit sein, genügend Kraft haben und Konsequenz in der sehr zeitaufwendigen Erziehung eines Welpen zeigen“, sagt Sabrina Mauch. Sie selbst ist tagsüber zuhause, Mutter von Henry, 3, und Lilly, 1, sowie zurzeit Pflegemutter für den 16-jährigen Tim. Zur Familie gehört neben Mia noch der neunjährige Airedale Pacco.

Für die Hunde ist sie gemeinsam mit ihrem Mann zuständig. Er ist Maschinenbau-Ingenieur bei Por-sche und geht in seiner Freizeit mit den Hunden regelmäßig zu Ausstellungen und auf den Hundeplatz und trimmt die Tiere, das heißt, er zupft ihr Fell und hält es somit kurz und gepflegt.

Bei Gabi Mauch leben außer ihrem Ehemann die Airedales Chilly und Rosa. Auch sie beherbergt im Auftrag des Jugendamts derzeit zwei Pflegekinder, Lisa, 11, und Sara, 16. „Unsere Hunde haben schon oft den Zugang zu den Pflege-Kindern, die meist aus schwierigen familiären Verhältnissen heraus zu uns kommen, geöffnet“, sagt Gabi Mauch.

Info: Mehr zur Airedale Terriern unter www.airedales-von-der-weilerburg.de und www.airdale-kft.de.

Einmal Aire dale,

immer Airedale.

Gabi Mauch

Nellingsheimer Familie züchtet Airedale Terrier
Henry Mauch und die Airedale-Terrier von der Weiler Burg. Seine Mutter lebte 29 Jahre in Weiler direkt unter der Burg.Bild: Privat

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08.09.2010, 12:00 Uhr

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