Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Eutingen

Neuanfang für Glasfaser

09.01.2018

Von SebastianLazarGemeinderat inEutingen im Gäu

Wenige Themen beschäftigen mich mehr als die katastrophalen Zustände bei Breitband- und mobilem Internet. Altersgenossen fragen: „Wieso kann ich im Urlaub auf Kreta Bilder schneller verschicken als zu Hause?“ Ein Häuslebauer kritisiert: „Ich habe eine Baulücke im Eutinger Unterdorf geschlossen. Und jetzt bekomme ich weder von der Telekom noch von sonst einem Anbieter einen vernünftigen Internetzugang? Wie soll ich hier arbeiten?“

Unzählige Beispiele beweisen, dass ein gigabitfähiger Internetzugang zur Daseinsvorsorge gehört. Die Datenautobahn an jedes Haus braucht es wie Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen.

In unserer Gemeinde Eutingen gibt es, wie fast überall in Deutschland, keine Datenautobahnen, sondern nur Schotterpisten. Kupferkabel, Vectoring, TV-Leitungen und ähnliches sind von gestern. Experten sind sich einig: heutige und künftige Datenmengen können nur über Glasfasern zuverlässig übertragen werden. Diese strohhalmgroßen Fasern ermöglichen problemlos das symmetrische Hoch- und Runterladen gigabitgroßer Datenmengen pro Sekunde. Aber falsche Rücksicht auf den Anbieter Telekom und politische Fehlentscheidungen haben Deutschland in jüngster Vergangenheit zum digitalen Entwicklungsland gemacht: unter 2 Prozent der hiesigen Haushalte verfügen über einen Glasfaseranschluss. In Südkorea und Japan sind es mehr als 70 Prozent, sogar in Rumänien sind es deren 20 Prozent. Deshalb: Neuanfang.

Mit dem Landkreis verfolgt die Gemeinde Eutingen das Ziel, ein flächendeckendes Glasfasernetz an jedes Haus als Zugangsbasis für das schnelle Internet zu bauen. Dieses Netz soll nach dem Bau an einen oder mehrere Betreiber verpachtet werden und Gemeinde-Eigentum bleiben. Die Pachteinnahmen der Betreiber dienen als Refinanzierung. In Kürze liegen Pläne für den Ausbau vor. Ob und wie schnell das Glasfasernetz dann gebaut wird, hängt von unserem Willen ab.

Ich will das Glasfasernetz schnell und vor anderen Großinvestitionen. In Bauabschnitten können wir beispielsweise die schlimmsten Ortsabschnitte zuerst ausbauen. Froh bin ich, dass meine Kollegen Anne Meyer, Hubert Lachenmaier und Raphael Sickler den Antrag unterstützen, 250 000 Euro in den Haushalt 2018 zu stellen. Wenn Detailplanungen und Förderung geklärt sind, können wir damit sofort in den Bau des Glasfasernetzes einsteigen. Wir investieren jährlich viel Geld in Asphalt und Steine, dann bitte auch in das Netz der Zukunft.

Ich kenne die Vorbehalte einiger Hauseigentümer vor einer Investition in den Glasfaser-Hausanschluss. Gegenfrage: In Kürze werden autonomes Fahren, digitale Verkehrssteuerung, ortsunabhängiges Arbeiten/Kommunizieren via Internet und weiteres Standard sein. Wollen wir den Interessenten bei Kauf- oder Mietgesprächen dann sagen: „Die Wohnung ist schön, aber da ist halt noch das Internet. Für ein 2-minütiges Video brauchen Sie 3 Minuten Ladezeit“?

Die Glasfaser ist eine Wertsteigerung für jedes Grundstück.

Zum Artikel

Erstellt:
9. Januar 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
9. Januar 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 9. Januar 2018, 01:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen