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Steg erhitzt Gemüter weiter

Neubau würde an die vier Millionen Euro kosten

Am Dienstagabend ist im Bauausschuss des Reutlinger Gemeinderats die Debatte um den Fußgängersteg über die Konrad-Adenauer-Straße wieder neu aufgeflammt.

08.11.2012
  • Matthias Reichert

Reutlingen. In einem interfraktionellen Antrag vom Januar wollten die Räte Näheres zum künftigen Vorgehen wissen. Katrin Korth vom Amt für Straßen, Umwelt und Verkehr erklärte nun, von Juni bis September sei der Steg für 58 000 Euro geflickt worden, er halte maximal drei Jahre. Die Prüfung habe Schäden in den Trapezblechen, den Quer- und Längsträgern und in den Widerlagern ergeben. Oberflächenwasser und Tausalz verursachten Rost und „Salzausblühungen“ im Stahlbeton. An zwei Stellen gibt es Anprallschäden, dazu einen Vier- Zentimeter-Riss im Rohrprofil.

Für das künftige Vorgehen stellte Korth drei Varianten vor:

Eine Sanierung käme mit neuer Treppe und Rampe auf 1,2 bis 1,7 Millionen Euro.

Ein Teilneubau des Stegs mit neuer Treppe und Rampe kommt je nach Bauweise auf 1,39 bis 2,24 Millionen Euro.

Ein Neubau des Stegs als Seilbrücke würde 3,2 bis 3,6 Millionen Euro kosten. In jeder Variante würde die behindertengerechte Rampe eine halbe bis ganze Million ausmachen.

Rainer Löffler (CDU) sprach sich für einen Neubau und gegen eine „kleinteilige Lösung“ an „einem der zentralen Plätze“ aus: „Man muss an dieser Stelle einiges Geld in die Hand nehmen.“ Silke Bayer (SPD) wollte weitere Varianten haben, wie der Steg in Richtung Tübinger Tor weiter geführt werden könne. „Wir wollen keine drei Jahre mehr warten“, sagte Bayer.

Auch Peter Hörz (RSÖ) verlangte, „hurtig“ zu handeln, ebenso Marcelus Kolompar (Grüne). Julius Vohrer (FDP) kündigte eine eigene Variante seiner Fraktion an. Denn: „Eine 90 Meter lange Rampe kann ich mir an dieser Stelle nicht vorstellen, und wenn man das Ganze mit Blattgold belegt. Sonst hätten wir den alten Steg lassen können“, erklärte Vohrer. Hans Hubert Krämer (FWV) sprach sich für einen beschleunigten Architektenwettbewerb aus. Er glaubte: „Welcher Betrag rauskommt, wissen wir erst, wenn wir die endgültige Lösung haben.“

Baubürgermeisterin Ulrike Hotz bremste die Räte: „Hurtiges Handeln ist mit den bestehenden Kapazitäten nicht möglich. Wir arbeiten in allen Bereichen auf Hochtouren.“ Und es gebe „keinen Handlungszwang“.

„Wir haben sehr wohl einen Handlungszwang“, konterte Rainer Löffler: „Die Überlegungen müssen jetzt anlaufen.“ Und Peter Hörz sekundierte: „Der politische Wille im Gremium war nicht, jahrelang mit einem Provisorium zu leben. Ich habe das Gefühl, wir sitzen die Sache aus.“ Die Baubürgermeisterin verwahrte sich: „Wenn wir es aussitzen wollten, hätten wir nicht diese Vorlage gebracht.“ Der Rat habe jetzt „alle Möglichkeiten“, Mittel für den Steg im Haushalt einzubringen.

Neubau würde an die vier Millionen Euro kosten
Rostschäden und Salzausblühungen: Der Fußgängersteg über die Konrad-Adenauer-Straße hält ohne Generalsanierung höchstens noch drei Jahre.Bild: Haas

Wie berichtet, wurde der Stegteil vor dem Tübinger Tor voriges Jahr auf Beschluss des Rats nach hitziger Kontroverse abgerissen. Der Stegteil über die Konrad-Adenauer-Straße blieb erhalten. Im Frühjahr bekam er einen provisorischen Treppenabgang und eine 72 Meter lange Rampe. Die ist mit zehn Prozent Neigung nicht behindertengerecht. Das Gerüst kostete 205 000 Euro; beim Wiederverkauf könnte die Stadt dafür 80 000 Euro einnehmen. Für 35 000 Euro wird noch ein Dach aufgebracht.

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08.11.2012, 12:00 Uhr

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