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Mäusehirn studiert

Neue Aufschlüsse bei fortschreitender Demenz

Tübinger Forscher legten die Basis für eine verbesserte Alzheimer-Diagnose. Außerdem bestätigte ihre Forschung, dass bestimmte Proteinablagerungen im Gehirn ein zentraler Faktor bei der Herausbildung der Demenz ist.

11.11.2014

Tübingen. Forscher suchen schon lange nach Therapiemöglichkeiten bei Alzheimer. Ebenso wichtig sind aber auch verlässliche Verfahren, mit denen sich die Erfolgsaussichten beurteilen lassen. Unter der Leitung von Prof. Bernd Pichler vom Werner Siemens Imaging Center aus der Abteilung für Präklinische Bildgebung und Radiopharmazie der Universität Tübingen hat ein Forscherteam die beiden nicht-invasiven Verfahren, nämlich die Positronenemissionstomografie (PET) und die Magnetresonanztomografie (MRT) kombiniert, um in einer Studie mit Mäusen die Alzheimer-typischen Proteinablagerungen im Gehirn zu untersuchen.

Die gentechnisch veränderten Mäuse entwickeln eine der Alzheimer-Demenz entsprechende Erkrankung. Die Forscher konnten nun erstmals langfristig verfolgen, wie sich die Ablagerungen räumlich und zeitlich verteilt bilden und wie die Erkrankung verläuft. Außerdem dokumentierten sie einen direkten Zusammenhang der Bildung dieser Plaques in Blutgefäßen des Gehirns mit einer verringerten Durchblutung bestimmter Hirnbereiche.

Zwei verschiedene gentechnisch veränderte Mäusestämme wurden von den Forschern untersucht: Bei einem bildeten sich die Plaques fast ausschließlich im Gehirngewebe, bei dem anderen sowohl im Gehirngewebe als auch in den Gefäßen. „Nur bei letzterem Mäusestamm trat auch das für Alzheimer typische Symptom der verminderten Durchblutung bestimmter Hirnbereiche auf“, sagt Florian Maier vom Werner Siemens Imaging Center, Erstautor der Studie, die gestern im Fachmagazin „Nature Medicine“ veröffentlicht wurde. „Unsere Daten zeigen, dass die Plaquebildung in den Gefäßen der Hauptfaktor für die Durchblutungsstörungen im Gehirn ist.“

Die Forscher schöpften das Potenzial verschiedener Darstellungsverfahren, PET und MRT, weiter aus als bisher, indem sie die parallelen Messungen aufeinander ausrichteten. Nach Einschätzung der Forscher lässt sich dieses schonende Verfahren auch beim Menschen nutzen. „Wir haben die Basis für eine verbesserte Diagnose gelegt,“, so Bernd Pichler.ST

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11.11.2014, 12:00 Uhr

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