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Neue Autobahntrasse könnte bis 2027 fertig sein
Die Pläne für den A8-Neubau sehen vor, dass die alte Richtungsfahrbahn nach Stuttgart zurückgebaut werden soll. Foto: Ilja Siegemund
Tempo am Albaufstieg

Neue Autobahntrasse könnte bis 2027 fertig sein

Die neue Autobahntrasse wird kürzer, teurer und soll 2027 fertig sein. Für sieben Ortschaften gibt es eine gute Nachricht.

30.03.2018
  • SABINE GRASER-KÜHNLE

Wiesensteig. Seit Jahren liegen die Pläne für die neue A8-Trasse zwischen Mühlhausen und Widderstall in der Schublade. Nun könnte alles ganz schnell gehen und der mehrere hundert Millionen Euro teure Neubau spätestens 2027 in Betrieb gehen. Der Leiter des Verkehrswesens im Regierungspräsidium Stuttgart klärte in Wiesensteig über den Stand des Ausbaus vom Albaufstieg der A8 auf. Andreas Hollatz ist zuversichtlich, das Projekt innerhalb von acht Jahren zu realisieren.

Bei der Vorstellung der neu geplanten Trassenführung bei einer Infoveranstaltung in Wiesensteig (Kreis Göppingen), zu der der CDU-Bundestagsabgeordnete Hermann Färber eingeladen hatte, überraschte Hollatz die Interessierten im brechend vollen Saal mit Neuigkeiten. So wird die mautfrei geplante Strecke mit 7,6 Kilometern gegenüber der bisherigen Planung um 3,8 Kilometer kürzer. Die alte Trasse des Albaufstiegs wird zur Landesstraße geöffnet, ist dann Umleitungsstrecke für den Autobahnverkehr und durchquert keine Ortschaften mehr. Damit werden die sieben Gemeinden auf der bisher 32 Kilometer langen Umleitungsstrecke bis zur Anschlussstelle Merklingen von Autokolonnen befreit.

Der ganze Massentransport von der Baustelle soll während der Bauzeit auf extra angelegten Baustraßen erfolgen. Ein Abschnitt der bisherigen Landesstraße wird zu einer Kreisstraße zurückgestuft. Ein dort anzulegender Anschluss auf die künftige, neue Landesstraße entlastet auch Wiesensteig.

Wenn alles reibungslos läuft, soll der Verkehr spätestens im Jahr 2027 auf der A 8 den Drackensteiner Hang auf die Alb hinauf rollen. Wenn. Das Planfeststellungsverfahren (PFV) dazu soll bereits Mitte dieses Jahr starten, 2021 sind die Ausschreibungen und der sportlich frühe Baustart vorgesehen.

Lärmschutz bei Mühlhausen

Als reine Bauzeit rechnet Hollatz mit etwa fünf Jahren. Mit dem Bau von Lärmschutzmaßnahmen bei Mühlhausen wird noch dieses Jahr begonnen, ebenso werden heuer erste Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt.

Aber nach wie vor können einige Faktoren den sportlichen Zeitplan kippen. Das sind längst nicht nur Einwendungen der Öffentlichkeit im Rahmen des bevorstehenden Planverfahrens. Die schwierigste Hürde dürfte die 2021 anstehende Umstrukturierung der Zuständigkeiten für die deutschen Autobahnen sein. Dann sollen alle Autobahnen in einer neu einzurichtenden Verkehrsbehörde des Bundes zusammengeführt werden. Die wird damit auch die laufenden Autobahnbauprojekte übernehmen. Das Projekt „Albaufstieg“ könnte dann an Dringlichkeit verlieren, lauten die Befürchtungen.

Neue Autobahntrasse könnte bis 2027 fertig sein
Groß war das Interesse an der Infoveranstaltung in Wiesensteig. Dort erfuhren die vielen Besucher auch, woran das Vorhaben scheitern könnte. Foto: Sabine Graser-Kühnle

Doch das Land Baden-Württemberg habe schon sein Veto eingereicht, das Vorhaben soll bis zur Fertigstellung in der Zuständigkeit des Landes bleiben, betonte Hollatz und strahlte Zuversicht aus.

Unterstützung erhält er dabei vom Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). Der sicherte ihm explizit für diese Veranstaltung in Wiesensteig zu, den Albaufstieg unter anderem als das „mit Abstand wichtigste Straßenbauprojekt an Autobahnen in Baden-Württemberg“ einzustufen. Zudem dringt er auf eine „zügige Realisierung durch die Landesstraßenbauverwaltung“. Im schlimmsten Fall hofft Hollatz, dass seine Mitarbeiter in die neue Bundesbehörde wechseln und das Projekt somit weiter in ihren Händen bleibe.

Bund hofft auf Investoren

Eine klare Absage vom Landesverkehrsministerium gibt es auch für die Forderung des Bundes, alternativ zur konventionellen Finanzierung über den Landeshaushalt erneut die Beteiligung privater Investoren, die ÖPP-Finanzierung, beim Bau zu prüfen. Hermanns Haltung dazu, zitierte Hollatz: „Eine ÖPP-Finanzierung würde das Projekt weiter verzögern und verteuern.“ Hollatz glaubt in diesem Fall an einen Zeitverlust von etwa zwei Jahren.

Das notwendige Geld ist Färber zufolge sicher: „Es ging uns wirtschaftlich noch nie so gut wie heute, die Mittel sind da.“ Die CDU-Landtagsabgeordnete Nicole Razavi bestätigte das und drängte: „Aber wir müssen schnell sein, sonst fließt das Geld woanders rein.“

603 Millionen Euro teures Vorhaben

7,6 Kilometer lang ist die neue Trasse, die durch zwei Tunnel führen wird – den 1,2 Kilometer langen Tunnel Himmelschleife und den 1,7 Kilometer langen Tunnel Drackenstein. Außerdem gehören die Filstal- und die Gosbachtalbrücke dazu.

Die Kosten für den Neubau betragen voraussichtlich 603 Millionen Euro (2005 waren noch 394 Millionen Euro veranschlagt). Die bestehende Abstiegstrasse der A 8 wird zurückgebaut, die alte Aufstiegstrasse als Landesstraße erhalten.

230 Grundbesitzer sind betroffen. Angesichts der schlechten Erfahrungen, die die Filstalbewohner mit der Deutschen Bahn beim ICE-Trassenbau gemacht hätten, wurde ein „sensibles“ Vorgehen bei den Verhandlungen angemahnt.

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30.03.2018, 06:00 Uhr

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