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Neue Chance in Kolumbien
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Kommentar

Neue Chance in Kolumbien

Tobias Käufer zum Friedensnobelpreis für Präsident Santos.

08.10.2016
  • TOBIAS KÄUFER

Bogota. Es sind dramatische Tage in Kolumbien. Nach dem Nein bei der Volksabstimmung über den Friedensvertrag mit der linken Farc-Guerilla taumelte Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos am Abgrund seiner politischen Karriere. Was ein Höhepunkt werden sollte, geriet durch das Votum der Wähler zum Desaster. Der so hart ausgehandelte Frieden war in Gefahr.

Mit dem Friedensnobelpreis werden die Karten in dem südamerikanischen Land neu gemischt. Die Auszeichnung verleiht Santos jene moralische Autorität, die ihm durch die Niederlage bei der Volksabstimmung verloren gegangen schien. Sie verleiht ihm zugleich die Chance, die handwerklichen Fehler, die zum Nein führten, auszumerzen.

Und Santos setzt seinen rechtskonservativen Gegenspieler Alvaro Uribe unter Druck. Denn nun kämpft der mächtigste Gegner des Abkommens auf offener Bühne gegen einen Friedensnobelpreisträger. Will Uribe nicht mit dem Makel des Verantwortlichen für ein Scheitern eines historischen Friedensvertrages leben, muss er sich bewegen. Ansonsten geht Uribe als Kriegstreiber und Totengräber in die Geschichte ein.

Santos spürt inzwischen endlich den Rückhalt der Straße. Viele, die am vergangenen Sonntag aus einer Art Denkzettel-Wut mit Nein stimmten, bereuen längst ihre Wahl. Der Friedensnobelpreis wird diesen Trend verstärken. Das Blatt beginnt sich wieder zu wenden in Kolumbien. Dank Oslo ist die Chance, dass es doch noch klappt mit dem Frieden, wieder ein bisschen größer. Das Nobelpreiskomitee hat eine richtige Entscheidung getroffen. In einer Welt, die in Kriegen versinkt, setzt es auf die Lösung durch Gespräche. In Kolumbien wird das seine Wirkung nicht verfehlen.

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08.10.2016, 06:00 Uhr

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