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Tierschutz

Neue Heimat für Bärenwaisen

In Albanien mussten Arthos und Arian Kunststücke machen für Touristen. In einem großen Gehege im Schwarzwald sollen sie es nun besser haben.

17.11.2016
  • LSW

Bad Rippoldsau. Schnee! Zumindest Schneeregen. Die beiden erst acht Monate alten Bärenwelpen im „Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald“ in Bad Rippoldsau (Kreis Freudenstadt) sind außer sich. Sie haben noch nie Schnee gesehen. Sie tollen herum und wundern sich über das komische Zeug auf ihrem Fell. In ihrem Heimatland Albanien hätte sie eine Kette zurückgehalten. Die Besitzer führten die beiden Bärenkinder bis vor kurzem Touristen vor. Für ein Selfie mit Bär. Leicht verdientes Geld im bitterarmen Land.

„Man kann es den Menschen nicht verdenken“, sagt Bernd Nonnenmacher, Leiter des Bärenparks. „Aber für die Bärenjungen war es eine Qual.“ Die Tiere wurden von den Behörden beschlagnahmt. Geschäftsführer Rüdiger Schmiedel will nicht, dass der Park Abladeplatz für Bärenwelpen wird. „Was wir hier machen, ist aus der Not geboren“, sagt er. Bären aus schlechter oder auch illegaler Haltung landen hier. Anfragen, ob der Park mehr Bären aufnehmen könnte, gebe es viele. Auffangstationen, in denen Tiere aus katastrophaler Haltung ein anständiges Leben führen können, gebe es viel zu wenige.

Wildtierhaltung ist für Tierschützer ein rotes Tuch – und keineswegs nur ein Problem in Ländern wie Albanien. So wird für deutsche Zirkus-Unternehmen längst ein Wildtierverbot diskutiert. Im Clinch liegen mitunter Artenschutz und Tierschutz, sagt Artenschutz-Experte Dietrich Jelden vom Bundesamt für Naturschutz. „Unter Artenschutzgesichtspunkten hätte ich gesagt: Lasst die Bärenwelpen in Albanien, um zu verhindern, dass dort weitere Tiere der Natur entnommen werden.“ Unter Tierschutzgesichtspunkten hätten die Bärenwaisen nun zwar ein besseres Leben. „Aber das erste, was jetzt in ihrem Herkunftsland passieren wird ist, dass sich die früheren Besitzer neue Welpen wildern werden“, sagt er.

Nach Ansicht der Betreiber sind Angebote wie ihr Bärenpark eine notgedrungene Antwort auf die Existenz von Wildtieren, die Zoos oder Zirkussen zu alt, zu krank oder zu viel sind. Der Traum des Parks: Dass es irgendwann nirgends in Deutschland mehr wilde Tiere in Gefangenschaft gibt – „und Auffangstationen überflüssig sind“.

Den Bärchen Arian und Arthos geht es sichtlich gut im Park. Sie sollen sich auch an die acht großen Bären im Park gewöhnen, die einst größtenteils aus Zirkussen gerettet worden waren. Zehn Hektar Platz bietet das Gelände. Viel zu wenig für Bären, das wissen die Betreiber. „Artgerecht ist nur die Natur.“ dpa

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17.11.2016, 06:00 Uhr

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