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Neue Kleider und Rekorde
Wie aus dem Katalog: Bahnchef Richard Lutz (Mitte) stellte gestern die neue Unternehmenskleidung vor. Bis 2021 will die Bahn alle Mitarbeiter damit ausstatten. Entworfen hat die Kollektion der Designer Guido Maria Kretschmer. Foto: AFP/John MACDOUGALL
Deutsche Bahn

Neue Kleider und Rekorde

Immer mehr Menschen fahren mit dem Zug, aber die Pünktlichkeit nimmt ab. Hohe Investitionen sollen dafür sorgen, dass dies besser wird.

23.03.2018
  • DOROTHEE TOREBKO

Einen zukunftsträchtigen Ort wählte die Deutsche Bahn für ihre Jahresbilanz-Pressekonferenz. Auf dem Euref-Campus in Berlin fahren autonome Busse, hier ist die größte deutsche Elektro-Tankstelle, hier forschen Wissenschaftler zu regenerativen Energien. Zukunftsträchtig und umweltfreundlich – diesen Stempel hat sich auch das bundeseigene Unternehmen aufgedrückt. Für Bahn-Kunden zählen aber im Hier und Jetzt die drei großen Ps: Preise, Pünktlichkeit und Personal.

Und da hatte DB-Chef Richard Lutz neben einigen Rekorden auch negative Nachrichten zu verkünden: „Die erfreulichen Zahlen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir bei Qualität und Pünktlichkeit nachlegen müssen.“ Als verspätet gilt ein Zug, der mindestens sechs Minuten nach der Fahrplanzeit ankommt. „Was wir für 2018 anstreben, ist eine durchschnittliche Pünktlichkeit von 82 Prozent“, bekräftigte Lutz. Und das Ganze bei mehr Baustellen und mehr Verkehr auf der Schiene. Ein ambitioniertes Ziel – doch wie will die Bahn das erreichen?

Vor allem das Jahr 2017 mit den heftigen Herbststürmen hatte gezeigt, dass das Unternehmen den Witterungsbedingungen ausgeliefert ist. Auch das vergangene Wochenende, als wegen der vereisten Schienen um Leipzig tausende Fahrgäste strandeten, zeigte, mit welchen Problemen das Unternehmen zu kämpfen hat. Die Bahn will dem entgegenwirken mithilfe von Finanzspritzen. „Allein in den Grünschnitt werden wir eine halbe Milliarde investieren“, sagte Lutz. Damit soll verhindert werden, dass Bäume auf die Schienen fallen.

Aber auch die zahlreichen Baustellen bremsen die Züge aus. Künftig will das Unternehmen diese besser koordinieren. 2017 ist das bereits mit dem „Lagezentrum Bau“ geschehen. Mithilfe dieser Zentrale sprechen Mitarbeiter Baustellen mit dem Fahrplan besser ab. Bald soll es auch das „Lagezentrum Pünktlichkeit“ geben. „Wir erwarten hier durch übergreifende Zusammenarbeit mit allen Eisenbahnverkehrsunternehmen und Aufgabenträgern weitere Optimierungen.“

Außerdem soll die Digitalisierung der Strecken mehr Pünktlichkeit ermöglichen. Peu a peu wird die Zugsteuerung auf das System ETCS umgestellt. Eingesetzt wird das bereits auf der neuen ICE-Strecke zwischen Berlin und München – mit Erfolg. „Die Strecke brummt“, sagt Lutz. Und nicht nur die. Insgesamt reisten 2017 so viele Menschen mit der Bahn wie noch nie. Im Fernverkehr stieg die Zahl der Passagiere erneut. Es war der dritte Fahrgastrekord in Folge.

Der Bestwert beim Umsatz ist aber nur zum Teil mit den hohen Fahrgastzahlen zu erklären. Vor allem die internationalen Töchter DB Arriva und DB Schenker sind die Zugpferde. Mittlerweile machen sie fast die Hälfte des Umsatzes aus, sagte Lutz. Der Rekord ist aber kein Grund zum Jubeln – zumindest nicht für die Kunden, die sich vielleicht Preisnachlässe auf den IC- oder ICE-Strecken erhoffen. Denn auch die Verschuldung der Bahn stieg um 1 Mrd. auf 18,6 Mrd. EUR an.

In diesem Jahr werde sie auf 20 Mrd. EUR steigen. Das sei kein Grund zur Sorge, denn das Geld stecke in Investitionen. Neue Züge, mehr elektrifizierte Strecken, Wlan in Regios, ICs und ICEs – all das müsse die Bahn über Kredite finanzieren.

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23.03.2018, 06:00 Uhr

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