Kommentar

Neue Konze pte und Rücksicht

Caroline Strang zu Folgen des Fahrradbooms

28.08.2020

Von CAROLINE STRANG

Viele Deutsche sind in der Krise aufs Fahrrad gekommen. Sie waren viel zu Hause, andere Freizeitbeschäftigungen fielen weg, die nahe Natur lockte und der öffentliche Nahverkehr – für viele Pendler – eher nicht. Die Fahrradbranche boomt. Dieser Trend hat Auswirkungen weit in unsere Gesellschaft hinein.

Radler gewinnen schon durch ihre schiere Masse an Macht und brauchen Platz. Das zeigt sich auf Pop-Up-Radwegen in Großstädten. Die funktionieren aber langfristig genauso wenig wie weiße Linien am Rand von Landstraßen, die für Radler und Autos bei Gegenverkehr zu schmal sind. Nötig sind dauerhafte Lösungen, ein Ausbau der Radwege, Konzepte zur Anbindung und Verbindung verschiedener Mobilitätsformen. Radfahrer brauchen Platz, Schutz und Engagement. Die Analyse des Fahrrad-Clubs ADFC trifft es auf den Punkt.

Die zunehmende Bedeutung des Radverkehrs ist eine begrüßenswerte Entwicklung, sie erfordert aber das Mitwirken aller Verkehrsteilnehmer. Es darf nicht weiter Krieg geführt werden um Privilegien auf der Straße. Interessen von Autofahrern und Radlern dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Sie müssen möglichst sicher miteinander und nebeneinander die Räume in Städten und auf dem Land teilen. Neben neuen Konzepten ist vor allem eines nötig: mehr Verständnis füreinander und mehr Rücksicht.

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Erstellt:
28. August 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
28. August 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. August 2020, 06:00 Uhr

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