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Neue Kräfte für den Endspurt
Michael Müller schweigt zum Baufortschritt am BER Foto: dpa
Berliner Flughafen

Neue Kräfte für den Endspurt

Also sprach Klaus Wowereit am 10. Mai 2012: „Der Flughafen ist nach wie vor eine Erfolgsgeschichte.“ Gemeint hat der damals noch Regierende Bürgermeister von Berlin nicht etwa den allseits beliebten Airport in Tegel, sondern den großspurigen Möchtegernnachfolger BER in Schönefeld, dessen Inbetriebnahme eigentlich für das Jahr 2011 vorgesehen war.

30.12.2016
  • GUNTHER HARTWIG

Auch der inzwischen verflossene Hafendirektor Hartmut Mehdorn, vormals „Banscheff“, sparte 2015 nicht mit vollmundigen Prognosen: „Wir schaffen das. Der Starttermin 2017 ist sicher.“ Alles Schnee von gestern. Wird wieder nix mit der schon ein halbes Dutzend Mal verschobenen Einweihung im Oktober/November des nächsten Jahres. Schuld ist angeblich die Elektronik, dafür soll die Entrauchungsanlage jetzt wenigstens funktionieren.

Armer Willy Brandt! Wowis legendärer Vorgänger und späterer Bundeskanzler ist der Namenspatron das Pannenairports. Wann klagt dessen Witwe endlich auf Aberkennung? Konrad Adenauer in Köln/Bonn und Franz Josef Strauß in München haben's da besser. Und sogar die Hamburger Elbphilharmonie wird im Januar feierlich eröffnet.

Aber im Frühjahr 2018 soll es nun wirklich klappen mit dem BER, versprochen. Berlins Regierungschef Michael Müller sammelt gerade in aller Stille neue Kräfte für den Endspurt, seine neue Pressesprecherin hüllt sich ebenfalls in bedeutungsschwangeres Schweigen, und die beteiligten Finanzminister mobilisieren heimlich frisches Steuergeld für die unvollendeten Baukosten – im Ruhemodus sind das schlappe 1,3 Millionen Euro täglich.

Am Ende wird alles gut, denn Rot-Rot-Grün kleckert nicht länger, sondern klotzt. Der Senat rüstet personell auf: 25 Staatssekretäre bringen den Laden endlich in Schwung – den Flughafen, die Staatsoper, die U-Bahn, die Schulen, die Flüchtlingsquartiere. Bayern leistet sich gerade mal sechs Staatssekretäre, einfach lächerlich. Wie will der Freistaat denn da bloß mithalten, wenn Berlin jetzt ernst macht mit der föderalen Aufholjagd? Horst Seehofer muss bereits Müllers Atem im Nacken spüren. Gunther Hartwig

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30.12.2016, 06:00 Uhr

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