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Einfach aufessen

Neue Option im Kampf gegen‘s Springkraut

Bereits im zweiten Jahr kämpft der Mühlheimer Karl Wezel jetzt gegen einen den grünen Feind aus dem Himalaya.

02.10.2010
  • Hans-Jörg Schweizer

Das indische oder auch drüsige Springkraut, ein so genannter Neophyt, der auch einheimische Arten verdrängt, will Wezel um jeden Preis wieder loswerden; oder doch zumindest davon abhalten, noch weiter in sein geliebtes Mühlbachtal vorzustoßen.

Während Wezel mit einigen Gleichgesinnten auch heuer dem Springkraut wieder mit roher Gewalt begegnet war – nur ausgerissenes Springkraut ist gutes Springkraut – verlegt sich der Botanik-Autodidakt jetzt auf subtilere Methoden: Karl Wezel will seinen Mitmenschen das Springkraut jetzt richtig schmackhaft machen.

Zwar ist das Springkraut hierzulande einzig wegen seiner hübschen rosafarbenen Blüten in den Gärten angepflanzt worden und hatte mittels eingebauter Samen-Katapulte den Sprung über den Gartenzaun geschafft. Doch kann man das Kraut auch durchaus von der Zierpflanze zur Nutzpflanze erheben, wenn man unbedingt will. Das meint jedenfalls der Koch, Gesundheitsberater und Wildkräuterführer Peter Becker: „Probieren Sie dieses leckere neue Produkt, erweitern dabei ihr Nahrungsspektrum und werden zum Aktivisten in der nachhaltigsten Springkrautbekämpfung unserer Zeit!“ So wirbt Becker für sein „Blüten-Gelee vom Indischen Springkraut“. Den Verzehr des Krauts betrachtet der Kräuterkundler sozusagen als Urteilsvollstreckung: „Die Angeklagte trägt die Kosten des Verfahrens, indem durch den Verkauf dieses Produkts die Bekämpfung des Springkrauts finanziert werden kann.“

Soweit, das Springkraut auch gleich noch als Gelee zu vermarkten, ist Karl Wezel zwar noch nicht, aber für eine gute Idee hält er es schon: „Durch das Abzupfen der Blüten zur Geleebereitung und anschließendem Ausreißen der Pflanze gewinnt man etwas zum Essen, und gleichzeitig wird die Ausbreitung bekämpft. Ist doch toll! Zur Nachahmung empfohlen! Ob es schmeckt, werde ich selbst natürlich ausprobieren.“.

Als Heilpflanze taugt das Springkraut aber offenbar wenig. Zum einen ist die Heilwirkungen schlecht dokumentiert, zum anderen ist Springkraut in größeren Mengen verzehrt durchaus giftig. Die Blätter enthalten Gerbsäure und roh gegessene Blätter lösen ab einer gewissen Dosis Brechreiz aus.

Gekocht soll man die Blätter jedoch in kleinen Mengen essen können, zum Beispiel in einer Wildkräutersuppe, wie Wezel im Internet gefunden hat. „Man kann es aber auch bleiben lassen“, steht da im Online-Heilkräuter-Lexikon. Von solchen Bemerkungen lässt sich ein Karl Wezel freilich nicht abschrecken, er probiert einfach alles aus, was mit seiner Hassliebe zu tun hat.

Die frisch gesammelten Blätter könne man auch in Öl oder Schweineschmalz kochen und eine Salbe daraus zubereiten, wird aus Indien berichtet. Die helfe „möglicherweise“ bei Hämorrhoiden und Hautausschlägen. Weit her sein kann es aber auch mit dieser Wirkung nicht, sonst wäre sie sicher bekannter.

Eine Rolle in der Naturheilkunde spielt das Springkraut jedenfalls unter dem Namen „Impatiens“ als „Bachblüte“. Es kommt sogar in den Notfalltropfen vor.

Aus den Springkraut-Samen könne ein Öl gewonnen werden, das man auch als Lampenöl verwenden kann. Man könne die Samen aber auch knabbern, heißt es im Internet. Sie sollen leicht nussig schmecken. Das Problem dabei ist, eine für Fernsehabende relevante Menge zu ernten.

Neue Option im Kampf gegen‘s Springkraut
Ernte statt Rodung. Karl Wezel entdeckt die kulinarische Seite des indischen Springkrauts. Archivbild

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02.10.2010, 12:00 Uhr

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