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In der Warteschleife

Neue Plaketten für Reifen verwirren Kunden

In den Werkstätten herrscht Hochbetrieb seit dem überraschenden Winter-Intermezzo. Am Beginn der Woche sind Termine zum Reifenwechsel Mangelware geworden.

02.11.2012

Tübingen. „Wir sind komplett ausgebucht die nächsten vier Wochen. Alle Hebebühnen sind besetzt“, sagt der Tübinger ATU-Berater Jochen Griebenow. Wer einen Termin zum Reifenwechsel ausmachen will, hängt in der telefonischen Warteschleife fest.

„Jetzt hat es auch noch der Letzte gemerkt, dass es höchste Zeit wird“, erklärt der Kfz-Meister Harald Schuber. Auch seine Dienste sind seit dem ersten Schneefall sehr gefragt.

Der frühe Wintereinbruch in diesem Jahr hat Folgen: „Bei uns ist mehr los als letztes Jahr zu dieser Zeit“, sagt Reiff-Niederlassungsleiter Robert Bürkle. Bis in die Abendstunden sind die Werkstätten ausgelastet, die Mitarbeiter müssen den Kundenansturm bewältigen. Für die Autofahrer heißt es, lange Wartezeiten einzuplanen und auf mildes Wetter zu hoffen.

Zu den Engpässen in den Werkstätten kommen mit dem diesjährigen Winterstart bei den Kunden noch Unsicherheiten hinzu. Grund dafür ist eine EU-Verordnung: das neue Reifenlabel.

Vom 1. November an müssen Reifen mit einem Kennzeichen versehen werden, auf dem die Kriterien Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und externes Rollgeräusch mit den Klassen A bis G aufgeführt sind. Dieses Label soll den Verbrauchern die Kaufentscheidung erleichtern. Ziel ist es, mehr kraftstoffsparende Reifen auf dem Markt zu etablieren und so den Umweltschutz voranzutreiben.

Die Sache sei gut gemeint, scheitere aber in der Praxis, sagt Harald Schuber. Für seine Kunden gelten ohnehin andere Kriterien als die auf dem Label aufgeführten. Sie entscheiden sich für Reifen, die der Preisklasse und Qualität ihres Autos entsprechen. Bei ihrer Wahl vertrauten die Käufer auf die Expertise des Händlers.

Robert Bürkle kritisiert, dass die Tests auf Sommerreifen ausgelegt seien. Die besten Winterreifen bekämen so nur mittelmäßige Noten. Das würde viele Kunden verunsichern. Auch dass bei der Klassifizierung nur drei Kriterien berücksichtigt werden, sieht er kritisch.

Aus Sicht von Jochen Griebenow ist das Label irreführend: „Zu mir kommen viele Leute, die nur auf die Energieeffizienz schauen. Und die ist mit den guten Eigenschaften eines Winterreifens oft nicht vereinbar.“ Durch die Gummimischung sei der Winterreifen nun mal lauter und verbrauche mehr Kraftstoff. Dafür sei der Bremsweg kürzer, was wichtiger sei.

Dem neuen Label stehen die Experten skeptisch gegenüber. Für den Laien vereinfache es die Thematik zu sehr. Für viele stelle sich doch gerade eine ganz andere Frage: Wann bekomme ich endlich einen Termin? bob

Neue Plaketten für Reifen verwirren Kunden

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02.11.2012, 12:00 Uhr

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