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Was wurde aus Al Banos Tochter?

Neue Spur in den USA verdichtet sich - Möglicherweise Opfer eines Serienmörders

1994 verschwand die Tochter der Schlager-Stars Al Bano und Romina Power. 2014 wurde sie für tot erklärt. Womöglich ist sie von einem Serienkiller ermordet worden. Hinweise in Florida verdichten sich.

21.11.2015
  • KLAUS BLUME, DPA

Rom Sie sangen so oft vom Glück, dass ihnen eigentlich gar kein Unglück widerfahren durfte. "Felicità", der Ohrwurm aus dem Jahr 1982, machte Al Bano und Romina Power weltberühmt. Der Italiener und die Tochter des US-Schauspielers Tyron Power waren ein Traumpaar.

Dann passierte das Schlimmste, was Eltern passieren kann: Ihr Kind verschwand. Ylenia Carrisi, geboren 1970, älteste von vier gemeinsamen Töchtern des Paars, war in Süd- und Nordamerika unterwegs und lebte zuletzt in New Orleans.

Seit Anfang Januar 1994 wurde sie nicht mehr gesehen. Alles Suchen blieb vergeblich. In den USA wurde Ylenia vermutet, in der Karibik und sogar in Deutschland. Die Mutter wollte nie an ihren Tod glauben und trat 2011 sogar in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" auf.

Wie bereits berichtet, gibt es nun eine neue Spur der Verschwundenen, die von einem Gericht in Brindisi Ende 2014 auf Antrag des Vaters für tot erklärt wurde.

Die Spur führt nach Florida. Es geht um die Identifizierung einer dort 1994 am Straßenrand gefundenen Frauenleiche. Albano Carrisi, so der bürgerliche Name des Künstlers, bestätigte diese Woche, dass die Fahnder von ihm und seinen übrigen Kindern Speichelproben genommen haben, um sie zum DNA-Abgleich in die USA zu schicken.

Verdächtigt wird der zu mehrfach lebenslänglich verurteilte achtfache Mörder Keith Hunter Jesperson, genannt auch der "Happy Face Killer", weil er in Briefen immer ein "Smiley" neben seine Unterschrift setzte. Womöglich bringt das eine Wende in den Fall. Zeugenaussagen hatten seinerzeit nichts zur Klärung beitragen können.

Ylenia lebte Medien zufolge zuletzt in einem verkommenen Hotel in New Orleans mit einem Trompeter - Straßenmusiker, drogenabhängig und gewalttätig. Er zahlte demnach die Absteige mit Ylenias Traveller Checks - damals ein gängiges Zahlungsmittel. Als er vernommen wurde, fand man auch ihren Pass bei ihm. Obwohl verdächtig, blieb er nur wenige Tage im Gefängnis.

Ein 2006 gestorbener Aquariums-Wärter sagte, er habe eine Ylenia ähnelnde Frau gesehen, wie sie sich in den Mississippi stürzte. Eine Leiche wurde aber nie gefunden und er erzählte die Geschichte auch jedes Mal anders. Später stellte sich heraus, so die römische Zeitung "Il Messaggero", dass der Mann "kurzsichtig wie ein Maulwurf" war.

Dass der Fall noch nicht zu den Akten gelegt wird, ist Ermittlern in Palm Beach in Florida zu verdanken. Sie gaben sich nicht damit zufrieden, dass die 1994 gefundene Leiche nie identifiziert wurde.

Sie kamen zu dem Schluss, dass das erste Phantombild dem Opfer nicht wirklich ähnelte und ließen 2014 ein neues anfertigen. Jesperson habe dann versichert, dass das die "Suzanne" sei, die er umgebracht habe, sagen die Fahnder. Das Bild hat Ähnlichkeit mit Ylenia, die sich in ihrer Aussteigerphase ebenfalls "Suzanne" nannte.

Al Bano reagierte auf diese neueste Entwicklung zurückhaltend. "Wir werden jetzt sehen, was passiert", sagte er italienischen Medien. Auf Nachfrage wollte er keine weiteren Erklärungen abgeben. In den Jahren nach dem Verschwinden der Tochter war die Ehe mit Romina zu Bruch gegangen.

Zumindest auf der Bühne sieht man beide jetzt jedoch wieder zusammen. Im August haben sie ein gemeinsames Konzert in Deutschland gegeben und sangen auf der Berliner Waldbühne noch einmal "Felicità".

Neue Spur in den USA verdichtet sich - Möglicherweise Opfer eines Serienmörders
Das Bild oben zeigt Ylenia Carrisi, die vermisste Tochter von Al Bano und Romina Power (unten). Fotos: dpa

Neue Spur in den USA verdichtet sich - Möglicherweise Opfer eines Serienmörders

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21.11.2015, 12:00 Uhr

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