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Künftig gleich loslegen

Neue Uni-Archiv-Leiterin will Dokumente rascher zugänglich machen

Wer im Tübinger Uni-Archiv forscht, soll die entsprechenden Quellen künftig online bestellen können und beim Eintreffen im Bonatzbau schon vorfinden. Das kündigte die neue Archiv-Leiterin Regina Keyler am Mittwochabend an.

12.06.2015
  • Dorothee Hermann

Tübingen. Die promovierte Landeshistorikerin Regina Keyler kennt das Tübinger Uni-Archiv schon aus ihrer Studienzeit. Künftigen Nutzern des Uni-Archivs möchte die neue Leiterin Dokumente rascher zugänglich machen: Trifft ein Besucher ein, findet er die ihn interessierenden Unterlagen bei der Anmeldung vor. „Er hat sie bereits über das Internet recherchiert und vorbestellt.“

Nach einer Ausbildung zur Diplom-Archivarin studierte Keyler Geschichte und Germanistik in Tübingen und Göttingen. Sie promovierte zur Wirtschaftsgeschichte des Priorats Reichenbach beim Tübinger Landeshistoriker Prof. Sönke Lorenz und absolvierte anschließend ein Referendariat im Archivwesen. Zuletzt arbeitete Keyler im Landesarchiv Stuttgart.

Die vorrangige Aufgabe des Tübinger Uni-Archivs sei die Bewahrung, Erhaltung und Erschließung der Archivalien der Hochschule, erläuterte die Historikerin Prof. Sigrid Hirbodian, Direktorin des Instituts für geschichtliche Landeskunde, am Mittwochabend im Historischen Lesesaal im Bonatzbau. Zugleich sei das Uni-Archiv ein Ort, an dem die Geschichte der Universität erforscht wird. Darum habe sich besonders der scheidende Archivleiter Johannes Michael Wischnath (wie schon sein Vorgänger Volker Schäfer) verdient gemacht, unter anderem mit Forschungen zur Medizingeschichte, zur Geschichte der Universität im Nationalsozialismus und zur Kirchengeschichte.

Bedeutende Forschungen seien etwa zur 500-Jahr-Feier der Universität 1977 entstanden, sagte die Landeshistorikerin und nannte weiter Studien über die Uni Tübingen zwischen Scholastik und Humanismus, zwischen Reformation und Dreißigjährigem Krieg sowie aktuell: zwischen Orthodoxie, Pietismus und Aufklärung.

Die Archivleiter Schäfer und Wischnath erschlossen das Archiv auch für die Lehre, sagte Hirbodian. „Für Studierende der Geschichtswissenschaft eröffneten sie einen Einblick in eine mögliche Berufslaufbahn.“ Zudem hätten sie Studierende angeleitet, eigenständig mit archivalischen Quellen zu arbeiten.

Weitere Synergien durch die Zusammenführung der Uni-Bibliothek mit dem Uni-Archiv erwartet die Leitende Bibliotheksdirektorin Marianne Dörr. Historische Sammlungen der Universität sind auf beide Einrichtungen verteilt, sagte sie. In der Uni-Bibliothek die gedruckten, publizierten Forschungsarbeiten und Dokumente, im Archiv die nicht gedruckten, nicht publizierten. Schon jetzt diene der Lesesaal der Handschriftenabteilung dazu, Archivalien zugänglich zu machen. Künftig soll das auch online möglich sein. Deshalb würden nicht allein die Bibliotheksbestände weiter digitalisiert (wie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft seit 1997 gefördert), sondern auch die Archive, diesbezüglich noch in einer Pilotphase. Ziel sei ein gemeinsames „Portal für alle Sammlungen der Universität“.

Neue Uni-Archiv-Leiterin will Dokumente rascher zugänglich machen
Stabwechsel im Uni-Archiv: Der langjährige Leiter Johannes Michael Wischnath (rechts) und seine Nachfolgerin, Oberarchivrätin Regina Keyler (Mitte) mit Marianne Dörr, Leiterin der Tübinger Uni-Bibliothek, vor dem Übergabe-Umtrunk am Mittwochabend im Historischen Lesesaal im Bonatzbau.Bild:Sommer

Das Tübinger Uni-Archiv wurde im Jahr 1865 eingerichtet. Es bewahrt auf 4900 Regalmetern Akten aus Verwaltung, Fakultäten und Fächern, Nachlässe bedeutender Gelehrter sowie beispielsweise Flugblätter der Tübinger Studentenpolitik seit 1967. Jedes Jahr kommen weitere 100 Regalmeter dazu. Das Archiv behalte die historische Dimension der Universität im Blick, sagte Uni-Kanzler Andreas Rothfuß am Mittwochabend im Bonatzbau. Dazu gehörten auch die dunklen Seiten der Universitätsgeschichte, etwa im Nationalsozialismus. Rothfuß würdigte den langjährigen Archivleiter Johannes Michael Wischnath, der für die Erhellung dieser historischen Perspektive effizient und ohne Aufhebens sehr Großes geleistet habe.

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12.06.2015, 12:00 Uhr

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