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Essen

Neue Vielfalt aufm Teller

03.03.2018

Von THOMAS VEITINGER

Ulm. Wie wärs mit leckeren Nudeln aus Mehlwürmern? Die sollen nussig schmecken. Oder mit krossen Grillen? Die kleinen Ex-Hüpfer haben anscheinend ein ganz intensives Aroma, schwärmt man. Der Metro-Konzern verkauft seit neuestem Lebensmittel mit Insektenproteinen. Möglich ist das Kreuchen und Fleuchen auf dem Teller durch die 2018 in Kraft getretene europäische Novel Food Verordnung Nr. 2015/2283.

Wer sich jetzt mit Grausen von den staatlich gebilligten Leckerein abwendet, sollte einmal überlegen, dass Vögel Insekten essen. Und Vögel essen wiederum wir. Kentucky Fried Chicken hat angekündigt, die Zahl seiner Filialen in Deutschland zu verdreifachen. Wir sind also vom Zweit- zum Erstverwerter aufgestiegen. Ein Fortschritt.

Was da kulinarisch auf uns zuflattert? Die Pläne von Metro lassen auf korrektes Essen hoffen. Da sind Insektenprodukte wie Müslis oder Salat-Croutons in der Schublade. Warum auch nicht? Zwar ist umstritten, ob damit das Welternährungsproblem gelöst wird. Aber die Tierchen sehen weniger süß aus als Kälber mit ihren großen Augen.

Die Vielfalt auf dem Teller dürfte gewahrt bleiben: Die Welternährungsorganisation FAO schätzt, dass weltweit rund 1900 Insektenarten essbar sind. Schon rund zwei Milliarden Menschen essen Käfer, Raupen, Bienen, Wespen, Ameisen und die bei uns sicher bald beliebten Heuschrecken und Grillen. In Deutschland gibt es auch eine lange Tradition bei Würmern und Schaben. Gibt's in vielen Bäckerein und Restaurants – sogar gratis. Thomas Veitinger

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Erstellt:
3. März 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
3. März 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. März 2018, 06:00 Uhr

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