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DFB-Affäre

Neue Vorwürfe, aber Niersbach schweigt weiter

In der DFB-Affäre rückt die Steuererklärung von 2006 immer mehr in den Mittelpunkt. Die Ermittler blicken aber sogar bis 2000 zurück.

07.11.2015
  • DPA

Frankfurt/Main In der DFB-Affäre sucht die Frankfurter Staatsanwaltschaft einem "Spiegel"-Bericht zufolge nach Steuervergehen schon lange vor dem Sommermärchen. Die Behörde nimmt bei ihren Ermittlungen rund um die ominöse Rückzahlung von 6,7 Millionen Euro Vorgänge ab 2000 und damit auch aus der Zeit vor der Vergabe der Fußball-WM 2006 ins Visier. Das berichtet das Nachrichtenmagazin in seiner aktuellen Ausgabe und beruft sich dabei auf den Durchsuchungsbeschluss vom 29. Oktober.

Wie der "Spiegel" weiter berichtet, soll der DFB dem Beschluss zufolge insgesamt Steuern in Höhe von rund 2,567 Millionen Euro hinterzogen haben. Hintergrund ist die Zahlung von 6,7 Millionen Euro aus dem Jahr 2005, die der Verband in der Steuererklärung 2006 als Betriebsausgabe geltend gemacht hat. In der offenbar von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach 2007 unterschriebenen Steuererklärung war die Zahlung, die über die Fifa an den früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus gegangen sein soll, als Beitrag zum Kulturprogramm getarnt worden.

Niersbach hatte bislang stets versichert, erst im Sommer vom Zusammenhang zwischen der Millionen-Überweisung und der Rückzahlung an Louis-Dreyfus erfahren zu haben. Ein Briefentwurf, dessen Faksimile der Spiegel nun erstmalig veröffentlicht, soll belegen, dass Niersbach schon im November 2004 davon Kenntnis hatte.

DFB-Chefrevisor Hans-Ludwig Meyer hat derweil mit Verwunderung auf den angeblich langen Zeitraum zwischen Testierung und Unterzeichnung der DFB-Steuererklärung reagiert. "Ich kann das nicht nachvollziehen, das ist eigentlich nicht üblich", sagte Meyer. "Der Ablauf ist so: Bis Januar oder Februar ist der Jahresabschluss fertig. Spätestens im Mai stelle ich dem Präsidium dann den Jahresabschluss vor."

Warum die von der Staatsanwaltschaft monierte Steuererklärung für das Geschäftsjahr 2005 laut "Kicker" nach ihrer abschließenden Vorlage bei der Verbandsführung im Februar 2007 neun Monate nicht abgegeben und erst im November von dem wenige Tage zuvor gewählten DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach unterzeichnet wurde, "kann und will" Vorstandsmitglied Meyer nicht bewerten.

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07.11.2015, 12:00 Uhr

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