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Augsburg

Neue Vorwürfe gegen prügelnde Sekten-"Lehrerin"

Sie soll als "Lehrerin" der Sekte "Zwölf Stämme" mindestens sechs Kinder brutal geprügelt haben und dafür zweieinhalb Jahre ins Gefängnis gehen.

21.04.2016
  • DPA

Augsburg. So hatte das Amtsgericht im schwäbischen Nördlingen geurteilt. Da die 56-Jährige diese Strafe genauso wenig akzeptieren will wie die Staatsanwaltschaft, verhandelt das Augsburger Landgericht den Fall seit gestern neu.

Überraschung zu Beginn der Berufungsverhandlung: Aus dem Raum Bremen, wo sich die Sekte vor 25 Jahren ansiedeln wollte, sind neue Vorwürfe gegen die Frau bekannt worden. Daher droht ihr demnächst eine weitere Anklage.

Im aktuellen Verfahren geht es um Schulunterricht in der Sekten-Gemeinschaft in Klosterzimmern bei Deiningen. Die gelernte Erzieherin war dort Lehrkraft, obwohl sie ebenso wie andere "Lehrer" keine entsprechende Ausbildung hatte. Im September 2013 holte die Polizei rund 40 Kinder wegen der Prügelvorwürfe aus den Gemeinschaften in Klosterzimmern und Wörnitz - die Ermittlungen kamen ins Rollen.

Die "Zwölf Stämme" sehen Rutenschläge als übliche Erziehungsmethode für Kinder vom Babyalter bis etwa 14 Jahre an. Gestern machte die Angeklagte keinen Hehl daraus, dass sie diese Linie aus religiösen Gründen völlig in Ordnung findet.

Schon als Erzieherin in der früheren DDR hätten die Kinder von ihr "einmal auf den Hintern gekriegt", obwohl sie genau wusste: "Natürlich war das alles nicht erlaubt!" Nach der Wende schloss sich die 56-Jährige im Westen den "Zwölf Stämmen" an, wo die Prügelstrafe ohnehin an der Tagesordnung war.

Zu Beginn des Prozesses hatte Richter Lenart Hoesch mit der Nachricht überrascht, dass ihm eine neue Kripo-Akte aus Norddeutschland auf den Tisch gekommen sei. Darin geht es um bislang nicht bekannte Vorwürfe, die nicht "ganz ohne" seien. Zur Angeklagten sagte er: "Die Zeugenvernehmung, die neu gekommen ist, wirft auf Sie kein gutes Licht." Das Urteil soll nächste Woche fallen.

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21.04.2016, 06:00 Uhr

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