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Gefeiert wird gemeinsam

Neuer Ammerbucher Jugendreferent gehört schon richtig dazu

Ammerbuch besteht aus sechs Teilorten – und in jedem treffen sich Jugendliche. Ob im Fußballverein oder im Jugendclub, in der Schule, der Kirche oder beim Musik machen. Um diese Angebote zu koordinieren, ist Johannes Kraus nun da. Als erster Jugendreferent in der Gemeinde.

23.09.2010
  • Sabine Lohr

Ammerbuch. Im Moment sei er noch am Sondieren, sagt der 26-jährige Johannes Kraus. Sondieren – das heißt, erst mal gucken, was es überhaupt in den einzelnen Teilorten für die Jugendlichen so gibt. Dabei hat er sich schon einen ganz guten Überblick verschafft und auch schon etliche Kontakte geknüpft.

Seit August ist der Sozialpädagoge in Ammerbuch. Frisch vom Studium kommt er, das er in München absolviert hat. Eine Stadt, zu der sich während des Studiums so recht keine Liebe einstellt hat. „Ich bin froh, endlich wieder im Ländle zu sein“, sagt der in Bad Boll aufgewachsene Kraus. Und, ja doch, integriert sei er inzwischen durchaus in Ammerbuch.

Neuer Ammerbucher Jugendreferent gehört schon richtig dazu
Seit sieben Wochen im Amt und schon mittendrin: Der erste Ammerbucher Jugendreferent Johannes Kraus (zweiter von rechts) mit Peter Mang vom PfäffingerJugendclub und Jens Hermann und Daniel Baitinger vom Poltringer Club (von links).Bild: Mozer

Das bestätigen Peter Mang, Jens Hermann und Daniel Baitinger. Die drei sind seit Jahren engagiert in den Jugendclubs. Ersterer in Pfäffingen, die beiden anderen in Poltringen. „Er gehört dazu“, sagt Hermann. Was auch daran liegt, dass Kraus die Clubs besucht. Nicht nur, weil das zu seiner Stelle gehört.

Dass die Chemie zwischen den Club-Aktiven und dem Jugendreferenten stimmt, ist an der Stimmung zu merken, die beim Treffen vor dem Jugendclub Pfäffingen herrscht. Das „Du“ ist selbstverständlich, man erzählt sich von Disco-Abenden und schmiedet Pläne für die Zukunft. Versteht sich gut, albert schon auch mal herum, wenn der Sozialpädagoge von der „erlebnispädagogischen Tagungsfreizeit“ berichtet, die er für die Aktiven plant. „Wie heißt das? Das muss ich mir merken, hört sich richtig gut an“, witzelt Mang.

Konkurrenz machen sich die Clubs nicht mehr

Der, erster Vorsitzender des Jugendclub-Vereins Pfäffingen, mag’s lieber bodenständig. Will aber dasselbe wie Kraus: Das Miteinander von allen, die mit Jugendlichen arbeiten. „Die alten Feindseligkeiten zwischen den Teilorten, das gibt’s heut nicht mehr“, sagt er. Früher, da hätte man sich richtig Konkurrenz gemacht unter den Clubs. „Heute machen wir unsere großen Feste gemeinsam.“

Wie das Freibadfest neulich. Gut tausend Besucher kamen da, nicht nur aus den Ammerbucher Teilorten, „auch aus Herrenberg, Rottenburg, Tübingen“, sagt Baitinger. Eine „Super-Stimmung“ habe geherrscht, alle seien friedlich gewesen. Und „ein Haufen Arbeit“ sei es auch gewesen. Theke, Ordner, Weizenbrunnen, der DJ-Wagen mit Bühne, die Lichtanlage organisieren, aufbauen, abbauen – schon Monate vorher liefen die Vorbereitungen.

Immerhin aber inzwischen mit einer gewissen Routine. Schließlich war das Freibadfest zwar erst das zweite seiner Art, doch große Feste haben die Clubs schon öfters auf die Beine gestellt. Und eine Menge kleinere. So gibt es in allen Clubs – auch in dem in Entringen – immer wieder Disco-Abende. Beliebt sind die Weihnachtspartys, und auch die bayerischen Abende kommen gut an. 200 bis 300 Leute kommen dann, egal ob nach Poltringen, Pfäffingen oder Entringen. Man spricht sich ab, damit nicht zwei Clubs oder Gruppen zeitgleich feiern.

Ein angenehmer Nebeneffekt dieser fröhlichen Abende sind die Einnahmen. „Wir finanzieren uns selber, jeder Club für sich“, sagen Mang und Baitinger. So ist jeder Club mit einer ordentlichen Lichtanlage ausgestattet, mit sattem Sound und einer großen Theke. Und mit Leuten, die sich richtig engagieren: Jeweils acht sind es in den Kernteams, was allerdings keine festgelegte Gruppengröße ist. Diese Teams scheinen jedenfalls jede und jeden in den Orten zu kennen. „Man hat viele gute Kontakte“, sagt Mang. Braucht er mal einen Bus, weiß er, wen er fragen muss. Dasselbe gilt für’s Festzelt oder eine Bühne. Auch die örtlichen Unternehmer unterstützen die Clubs. Manche von ihnen waren als Jugendliche selber zu Gast.

Und manche von ihnen kommen immer noch zu den Club-Festen, auch wenn sie längst dem Jugendalter entwachsen sind. Was den Aktiven gerade recht ist: „Wir wollen ja, dass alle Generationen kommen, und das tun sie auch“, sagt Mang. Er selber gehört auch nicht mehr zur Jugend mit seinen 32 Jahren. Fühlt sich aber pudelwohl im Club. Mit zwölfeinhalb Jahren hat er ihn zum ersten Mal besucht. Und ist immer noch da.

Ein Projekt für alle: Eine alte Karre herrichten

Die Jugendlichen „mal von ihren Playstations wegbringen“ wollen Peter Mang und Johannes Kraus mit einem neuen Projekt, das demnächst starten soll. Sie haben einen alten Ford Granada aufgetrieben, „auf dem schon Moos wächst“. Den dürfen Jugendliche selber auseinander nehmen und später wieder – aufgemotzt und verschönert – zusammenbauen. Mitmachen dürfen alle Jugendlichen, Jungs und Mädchen, nicht nur aus Ammerbuch. Was allerdings noch fehlt, ist ein Raum dafür. Eine Garage, eine Werkstatt oder ein Schuppen in einem der Teilorte wären ideal. Die Gemeindeverwaltung, die das Projekt unterstützt, ist bereits auf der Suche. Ohne Erfolg bisher. Wer einen entsprechenden Raum zur Verfügung stellen will, melde sich bei Johannes Kraus im Rathaus, Telefon 0 70 73 / 91 71 23.

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23.09.2010, 12:00 Uhr

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