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Filmzeugnis für den Bekenner

Neuer Dokumentarfilm über Bischof Sproll wird erstmals gezeigt

Dieser Tage erschien ein neuer Film über den „Bekennerbischof“ Joannes Baptista Sproll, der vor 74 Jahren die Volksabstimmung der Nazis boykottierte und von ihnen dafür aus dem Amt verbannt wurde. Am Mittwoch, 7. November, ist Uraufführung in Stuttgart.

06.11.2012
  • Ulrich Eisele

Rottenburg. Vorwiegend für die kirchliche Bildungsarbeit sei der Film über Bischof Sproll gedreht worden, sagt Cäcilia Branz, Pressesprecherin der Diözese. Ihres Wissens ist „Fortiter in Fide – standhaft im Glauben: Bischof Sproll – der Aufrechte“ der erste Dokumentarspielfilm überhaupt über den Glaubenszeugen und Rottenburger Ehrenbürger, für den im vergangenen Jahr das Seligsprechungsverfahren eingeleitet wurde. Produzent des Films ist die Tellux Filmgesellschaft in München. Die bemühe sich auch um einen TV-Sendeplatz, sagte Cäcilia Branz, doch gestalte sich diese Suche für einen 45-Minuten-Film nicht einfach.

Produzent ist eine christliche Film-GmbH

Die 1960 in Rottenburg gegründete Tellux Filmgesellschaft ist auf christliche Themen spezialisiert – vom Kinofilm bis zum TV-Mehrteiler, von der Serie bis zu Dokumentationen, von Kinderprogrammen bis hin zu Magazin-Zulieferungen. Mehrheitsgesellschafter der Tellux sind neun katholische Bistümer.

Der von Jörg Richter gedrehte Dokumentarfilm beleuchtet das Leben und Wirken von Joannes Baptista Sproll, der 1927 Bischof der Diözese Rottenburg wurde. Als sechs Jahre später die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wagte er die offene Auseinandersetzung mit dem Regime. Früher als andere erkannte er, dass die nationalsozialistischen Machthaber sich nicht an geschlossene Verträge wie das Reichskonkordat von 1933 hielten, sondern Christentum und Kirche bekämpften und beseitigen wollten. In mehreren Predigten und Denkschriften kritisierte er diese Politik der Nationalsozialisten offen und deutlich. Das brachte ihn selbst zunehmend in Bedrängnis.

Erster Widerständler unter den Bischöfen

Aus Gewissensgründen boykottierte Sproll die Volksabstimmung am 10. April 1938, in der über den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich und über „die Liste unseres Führers Adolf Hitler“ zugleich abgestimmt werden sollte. Dies führte zur offenen Verfolgung durch die Nationalsozialisten, die seinen Amtssitz verwüsteten und ihn aus der Diözese verbannten. Erst nach Ende des Kriegs kehrte Bischof Sproll nach Rottenburg zurück, ein gelähmter Mann, der dort am 4. März 1949 starb und auf dem Sülchen-Friedhof in der Bischofsgruft beigesetzt wurde. Jörg Richters Film erzählt diese Geschichte anschaulich mit Hilfe von Spielsequenzen.

Am morgigen Mittwoch präsentiert die Diözese den neuen Bildungsfilm zum ersten Mal für Vertreter der Presse im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart. Nach der Uraufführung diskutieren Bischof Gebhard Fürst, namhafte Kirchenhistoriker und Vertreter der Tellux über die Wirkungsgeschichte des „Bekennerbischofs“, der als erster und lange Zeit auch als einziger unter den deutschen Bischöfen Widerstand gegen die Nazis leistete (siehe unten).

Neuer Dokumentarfilm über Bischof Sproll wird erstmals gezeigt
„Fortiter in Fide“ – standhaft im Glauben – war der Wahlspruch des „Bekennerbischofs“ Joannes B. Sproll (Zweiter von links, im Film von Miko Greza verkörpert).

Neuer Dokumentarfilm über Bischof Sproll wird erstmals gezeigt
Joannes Baptista Sproll

Dass die Uraufführung des Films über den Rottenburger Bischof und Ehrenbürger nicht in Rottenburg, sondern in Stuttgart stattfindet, hat laut Pressesprecherin Cäcilia Branz „rein organisatorische Gründe: die leichtere Anreise für die Podiumsteilnehmer und Gäste sowie der Zuschnitt der Räumlichkeiten“ im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart. Angedacht sei jedoch eine zweite Aufführung in Rottenburg, vermutlich im Rahmen der Einweihung des Ordinariats-Anbaus im Frühjahr 2013.

Nach der Filmpremiere diskutieren neben Bischof Gebhard Fürst die Professoren Dominik Burkhard, Würzburg, Andreas Holzem, Tübingen, und Hubert Wolf, Münster, Generalvikar Clemens Stroppel und Martin Choroba, Geschäftsführer der Tellux GmbH. Moderator ist Thomas Broch.

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06.11.2012, 12:00 Uhr

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