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Beteiligte verpflichten sich zur Neutralität

Neuer Kodex regelt Schulfach Wirtschaft

Für die Zusammenarbeit von Schule und Unternehmen beim neuen Fach Wirtschaft wurde gestern in Stuttgart ein Verhaltenskodex vereinbart.

24.11.2015

Von BETTINA WIESELMANN

Kultusminister Andreas Stoch (SPD) sowie Vertreter von Arbeitgebern, Gewerkschaften, Wohlfahrtspflege und Kammern unterzeichneten einen „Code of Conduct“. Hintergrund ist die Einführung des Schulfachs Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung ab dem Schuljahr 2016/17 an allen allgemein bildenden Schulen in Baden-Württemberg. Das Land ist damit Vorreiter in Deutschland. Unter anderem sollen Praktiker aus dem beruflichen Alltag referieren.

Vor allem von Gewerkschaftsseite waren in den letzten Monaten teils sehr kritische Einwände laut geworden. Befürchtet wurde unter anderem, das Fach werde nicht eines über Wirtschaft, sondern eines der Wirtschaft sein. Dass die grün-rote Landesregierung das neue Fach flächendeckend einführt, wurde auf die Lobbyarbeit der Arbeitgeberseite zurückgeführt. Dabei hatte sich ganz besonders Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) dafür stark gemacht, dass auch Schule dafür zuständig sei „sowohl die kleinen und großen wirtschaftlichen Zusammenhänge als auch die Orientierung für das Berufsleben“ umfassend zu vermitteln. Das neue Schulfach nannte Schmid sein „Herzensanliegen“.

Mit dem jetzt vereinbarten Verhaltenskodex soll der Befürchtung, die Wirtschaft werde unstatthaften Einfluss in ihrem Sinne nehmen, entgegengetreten werden. Alle Beteiligten versichern, dass die Inhalte des neuen Schulfachs ausgewogen und multiperspektivisch dargestellt werden, sie verpflichten sich zu Transparenz, Neutralität und Ausgewogenheit. „Nur das Interesse der Schüler steht im Mittelpunkt“, sagte Stoch.

Ausdrücklich wird in dem dreiseitigen Papier auf die Grundsätze des Beutelsbacher Konsenses aus dem Jahr 1976 Bezug genommen. Darin sind neben der Schülerorientierung das Überwältigungsverbot (keine Indoktrination) und die Beachtung kontroverser Positionen (Kontroversitätsgebot) als Prinzipien für die politische Bildung verankert.

Die Landesvereinigung der Arbeitgeber, die für sich in Anspruch nimmt, die Einführung des Schulfachs Wirtschaft „jederzeit konstruktiv begleitet“ zu haben, forderte nach der Unterzeichnung des Kodexes: „Alle Unterzeichner müssen diesen Konsens unterstützen und unberechtigte Kritik am Schulfach Wirtschaft einstellen.“

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Erstellt:
24. November 2015, 08:30 Uhr
Aktualisiert:
24. November 2015, 06:01 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. November 2015, 06:01 Uhr

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