Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
LTT-Kinder- und Jugendtheater

Neues Genre:„Jetzt mal im Ernst“

Am morgigen Freitag feiert das Kinder- und Jugendtheater (KJT) des LTT die erste Premiere dieser Spielzeit: die Uraufführung von „Jetzt mal im Ernst“, einem Theater-Solo über die Pubertät, für Zuschauer ab 13 von Michael Miensopust und Helge Thun, die so ein neues Genre entwickelt haben, das Erzähltheater und Stand up Comedy verbindet. In enger Zusammenarbeit mit Tübinger Jugendlichen entstanden und als mobile Produktion für Schulen konzipiert, findet die Premiere in der Geschwister-Scholl-Schule Tübingen statt. KJT-Dramaturgin Susanne unterhielt sich im Vorfeld mit der neuen Schauspielerin Stefanie Klimkait.

23.09.2010

Susanne Schmitt: Jetzt mal im Ernst: Ein Solo, bei dem es zu Probenbeginn nur eine Idee, aber noch keinen fertigen Text gab. Wie fühlte sich das an?

Stefanie Klimkait: Ganz schön aufregend! Es ist natürlich toll, gleich mit einer so großen Herausforderung anzufangen: ganz alleine auf der Bühne zu stehen und dann auch noch mit einer für mich völlig neuen Art des Theaterspielens. Und was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass ich selbst viel bei diesem Stück mitgestalten konnte. So eine Chance hat man natürlich nicht immer. Ich muss sagen, ich bin schon sehr glücklich und auch ein bisschen stolz, mit so einem Stück hier zu starten.

Was macht den Comedy-Aspekt dieses Stückes aus?

Die Art des Erzählens. Dass ich so vor mich hinplaudere und eine Rolle spiele, die eigentlich fast keine ist, die ganz authentisch wirkt und ganz nah an mir selber dran ist.

Wie war denn die Zusammenarbeit mit so einem Comedy-Profi wie Helge Thun? Hat er bestimmte Tricks verraten?

Neues Genre:„Jetzt mal im Ernst“
ihr erstes Theatersolo am LTT: Stefanie Klimkait.Bild: LTT

Es war großartig, mit Helge zusammenzuarbeiten. Am Anfang hatte ich ein bisschen Angst vor diesem Stück, weil ich dachte, ich bin gar nicht so der lustige Typ, aber Helge hat mir gezeigt, dass auch Comedy ganz bestimmten Regeln folgt. Das macht dann schon viel von der Komik und dem Humor aus. Und der vielleicht wichtigste Tipp für mich war, dass man nicht versuchen sollte, witzig zu sein.

Das Stück handelt von den Tücken der Pubertät. Kannst du dich noch an deine Pubertät erinnern? Warst du selbst auch eher so der Kichertyp, wie es im Stück heißt, oder war dir einfach nur alles peinlich?

Gerade durch die Proben kamen so viele Erinnerungen an meine eigene Pubertät wieder hoch! Das war echt krass, ich hatte sogar beinahe das Gefühl, dass ich wieder mehr Pickel kriege. . . Na ja, auf jeden Fall war ich nicht so der Kichertyp, ich habe mich eher bemüht, immer ganz cool zu wirken, vor allem wenn mir etwas peinlich war. Ich glaube, deshalb dachten auch einige, ich wäre arrogant, dabei war das eigentlich nur Unsicherheit.

Ist vieles von den eigenen Pubertätserlebnissen in das Stück eingeflossen? Wenn ja, welche Stelle stammt aus aus der eigenen Biographie? Oder bleibt das geheim?

Ja, in dem Stück sind viele Erlebnisse von mir eingearbeitet – natürlich verändert und auf die Spitze getrieben. Aber zum Beispiel war ich wirklich mal mit einem Jungen zusammen, den ich gar nicht mochte. Aber weil alle Mädchen aus meiner Klasse auf ihn standen, bin ich ihm eben auch hinterher gelaufen und plötzlich waren wir ein Paar. Dabei hatte ich sogar ein bisschen Angst vor ihm.

Im Stück hadert eine Schauspielerin mit der Aufgabe, möglichst authentisch eine Jugendliche zu spielen. Ist das wirklich so schwer? Wo liegen die Herausforderungen?

Eigentlich versuche ich, erstmal gar nicht darüber nachzudenken, dass ich ein Kind oder eine Jugendliche spielen soll. Ich erarbeite solche Rollen wie alle anderen Rollen auch, überlege mir: Was will die Figur, was ist ihr Problem und ihr Ziel. Dann versuche ich herauszufinden, was ist bei dieser Figur anders als bei mir: Bewegt sie sich anders? Was ist ihr besonders wichtig? Wovor hat sie Angst? Und bei diesen Fragen spielt das Alter der Figur natürlich eine wichtige Rolle.

Ich muss auch ehrlich sagen, ich finde es schrecklich, wenn Schauspieler meinen, einen Jugendlichen spielen zu können, indem sie Kaugummi kauen und ein paar coole Wörter benutzen. Um ein Kind authentisch spielen zu können, erfordert es genauso viele sorgfältige Proben wie für eine Erwachsenen-Rolle.

Während des Probenprozesses haben wir immer wieder mit Tübinger Schülerinnen und Schülern gesprochen. Was war die spannendste oder überraschendste Erkenntnis im Austausch mit den Jugendlichen?

Dass sich gar nicht so viel verändert hat seit meiner Schulzeit. Na gut, andere Musik, andere Klamotten, aber so im Kern, kann ich doch noch mitreden. . .

Wir haben außerdem auch schon sehr früh Teile des Stücks in einer Schule gezeigt. Wie war es, noch ohne fertiges Stück bereits vor Publikum zu stehen?

Ich glaube, ich war echt selten so aufgeregt!

Info: Premiere morgen um 10.30 Uhr in der Geschwister-Scholl-Schule Tübingen. Die nächsten Vorstellungen: 29.9, 14 Uhr, 8.10., 11 Uhr, 9.10., 20 Uhr, jeweils LTT-Werkstatt, 16.10., 18 Uhr, LTT-oben . Termine in Turnhallen, Schulaulen oder Theatersälen auf Anfrage.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

23.09.2010, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball